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Donnerstag, 2 April 2020
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San Antonio wird Chiles neuer Tiefwasserhafen

Terminal für größere Containerschiffe notwendig

San Antonio in Chiles Zentralzone soll einen Tiefwasserhafen bis 2029 erhalten.
San Antonio in Chiles Zentralzone soll einen Tiefwasserhafen bis 2029 erhalten.

 

Von Arne Dettmann

Chiles neuer Tiefwasserhafen – Puerto de Gran Escala – soll in der Stadt San Antonio entstehen und im Jahr 2026 betriebsfertig sein. Das kündigte Staatspräsidentin Michelle Bachelet vergangene Woche in der Hafenstadt San Antonio an. Bisher war auch Valparaíso als möglicher Kandidat mit im Spiel gewesen.

San Antonio lag 2016 mit einem Containerumschlag von jährlich mehr als 1,2 Millionen TEUs (Twenty-foot Equivalent Unit, 20-Fuß-Standard-Container-Equivalent) auf Platz 10 in der Rangliste der größten lateinamerikanischen Häfen, während Valparaíso mit 884.000 auf Platz 18 kommt.

Geplant ist eine Gesamtinvestition von 3,3 Milliarden US-Dollar. Den Bau will die staatliche Hafengesellschaft Empresa Porturaria de San Antonio über eine Konzessionsvergabe 2019 abwickeln. Zudem wird mit der staatlichen Bahngesellschaft Efe eine Schienenanbindung von der Küste ins Innenland zur Hauptstadt Santiago de Chile erörtert. Diese Güterverkehrslinie wird voraussichtlich 1,1 Milliarden US-Dollar kosten.

Mit dem sogenannten neuen Megahafen («megapuerto») erhofft sich Chile eine Verdreifachung der Umschlagskapazität in San Antonio auf sechs Millionen TEU. An zwei neuen Terminals mit jeweils 1.730 Metern Länge sollen zukünftig bis zu acht Schiffe mit 400 Metern Länge be- und entladen werden. Zum Schutz des Hafenbeckens beabsichtigen die Planer die Errichtung einer 3,9 Kilometer langen Kaimauer.

Der Bau von Tiefwasserhäfen wird immer bedeutender, weil die technische Entwicklung zu immer größeren Containerschiffen mit größerem Tiefgang hingeht. So soll in Deutschland die Elbe ausgebaggert werden, damit Schiffe mit einem Tiefgang tideabhängig bis 14,50 Meter und tideunabhängig bis 13,50 Meter den Fluss befahren und den Hamburger Hafen anlaufen können.

Der ebenfalls in Norddeutschland liegende JadeWeserPort in Wilhelmshaven kann dagegen tideunabhängig auch von den größten Containerschiffen der Welt angelaufen und voll beladen abgefertigt werden. Schiffe wie die von der Emma-Maersk-Klasse der dänischen Reederei Maersk werden mit mehr als 14.000 Containern beladen und weisen einen Tiefgang von maximal 16,50 Metern auf.

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