Wasserstoffantrieb für chilenischen Bergbau

Der deutsche Botschafter Rolf Schule auf der Wasserstoffkonferenz in Santiago de Chile. Foto: GIZ
Der deutsche Botschafter Rolf Schule auf der Wasserstoffkonferenz in Santiago de Chile. Foto: GIZ

Von Arne Dettmann

Anlässlich einer Wasserstoffkonferenz kürzlich in Santiago de Chile hat Corfo bekannt gegeben, Lastwagen mit einem Hybridantrieb im Bergbau zu fördern. Ziel ist es Fahrzeuge zu schaffen, bei denen 60 bis 70 Prozent des Diesels durch Wasserstoff ersetzt werden. Eduardo Bitran, Vizepräsident der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Corfo, hat für Juni Ausschreibungen zur Vergabe von Fördermitteln für Firmen angekündigt. Das Programm läuft über drei Jahre.

Der chilenische Bergbau verbraucht laut der GIZ jedes Jahr rund 78.000 TJ (Terajoule) Diesel, davon 90 Prozent für den Transport innerhalb der Minen. Das entspricht etwa fünf bis sechs Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr. Ein Muldenkipper verbraucht täglich etwa 3.000 Liter Dieseltreibstoff, was eine jährliche Emission von mehr als 3.000 Tonnen CO2-Äquivalent pro Fahrzeug bedeutet. Schätzungsweise 1.600 Muldenkipper mit über 50 Tonnen Nutzlast sind zurzeit im Einsatz.

An der ersten chilenischen Wasserstoffkonferenz nahmen über 150 nationale und internationale Experten aus Politik, Wissenschaft und der Privatwirtschaft teil. Das Treffen wurde vom Energieprogramm der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) in Chile, der Corfo und dem chilenischen Energieministerium organisiert.

Brennstoffzellenbus

Ein Brennstoffzellenhybridbus in Hamburg: Statt normalen Diesel tankt er Wasserstoff. Dieser wird von der Brennstoffzelle in Strom umgewandelt, der wiederum den Elektromotor antreibt. Damit fährt der Bus rein elektrisch und stößt keinerlei CO2-Emissionen aus, sondern nur Wasser.
Ein Brennstoffzellenhybridbus in Hamburg: Statt normalen Diesel tankt er Wasserstoff. Dieser wird von der Brennstoffzelle in Strom umgewandelt, der wiederum den Elektromotor antreibt. Damit fährt der Bus rein elektrisch und stößt keinerlei CO2-Emissionen aus, sondern nur Wasser.

Die Brennstoffzelle ist eine Technik, die im Aufbau einer Autobatterie ähnelt: Jede Zelle enthält zwei plattenförmige Elektroden (Anode und Kathode), die durch einen Elektrolyten voneinander getrennt sind. Auf der einen Seite strömt Wasserstoff ein, auf der anderen Sauerstoff. Diei beiden Stoffe werden aufgespalten, wobei Elektronen fließen. Es entstehen Strom und Wärme. Der Stromfluss kann für einen Elektromotor genutzt werden. Da eine einzelne Brennstoffzelle nur sehr wenig elektrische Energie generiert, werden mehrere einzelne Brennstoffzellen zusammengefügt.

Die Brennstoffzelle weist mehrere Vorteile auf: Der Strom wird ohne Lärm und Abgase erzeugt. Einziges Verbrennungsprodukt ist Wasser. Anfang der 1990er Jahre begannen daher Automobilkonzerne daran zu arbeiten, Elektrowagen mit Brennstoffzellen anzutreiben. Dabei werden die Energieträger Wasserstoff oder Methanol verwendet. Problematisch sind bei Brennstoffzellenautos in erster Linie die hohen Herstellungskosten sowie die Lagerung des Wasserstoffs. Zudem ist ein flächendeckendes Netz aus Wasserstofftankstellen kostspielig. Serienwagen mit dieser Technik gibt es nur wenige, der erträumte Durchbruch am Markt lässt auf sich warten.

Print Friendly

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*