Ressourcenschonung im Bergbau gefordert

«Wir müssen einen großen Sprung wagen. Nur so können wir den Ansprüchen des Marktes, dem technologischen Fortschritt und der zunehmenden internationalen Vernetzung standhalten.» Mit diesen Worten leitete Roberto Hahn, der Präsident der deutsch-chilenischen Industrie- und Handelskammer (Camchal), die mittlerweile zweite Messe zum nachhaltigen Energieverbrauch ein.

Roberto Hahn, Präsident der Camchal, Dr. Karsten Berg von Exploraberg E.I.R.L.; Dr. Hartmut Grewe von «Energy Efficiency – Made in Germany» des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und Esteban Tomic von Cruz y Cía. Abogados S.A.

Zentrales Thema des Treffens am 11. Juni im Veranstaltungszentrum Casa Piedra war der umweltfreundliche Einsatz von Energie. «Eine erfolgreiche Umsetzung ist nur möglich, wenn wir die Partnerschaft zwischen Chile und Deutschland stärken», betonte Hahn während seiner Begrüßungsrede. Deutschland sei ein wichtiger Geschäftspartner des südamerikanischen Landes.

Auch der aktuelle Stand der Entwicklung hin zu einer ökonomischeren Energienutzung und die Herausforderungen, denen die Bergbauindustrie in Zukunft gegenüberstehen wird, war Gegenstand der Veranstaltung. «Wir befinden uns immer noch, möchte man es mit dem Entwicklungsstand eines Kleinkindes vergleichen, auf Kindergartenniveau», gab Dr. Harmut Grewe, Koordinator für Energie-, Umwelt- und Klimapolitik am Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, zu verstehen. «Der Mensch muss sein Konsumverhalten ändern», plädierte Grewe. Erst dann könne man einen weiteren Schritt in Richtung erneuerbarer Energien gehen.

Besonders die Bergbauindustrie sollte sparsamer mit natürlichen Ressourcen umgehen. So müsse der Wasserverbrauch bei Minenarbeiten unbedingt reduziert werden. Voraussetzung dafür sei, betonte Diego Lizana Rojas, Leiter der Abteilung für Energieeffizienz des Konzerns Inés de Collahuasi SCM, dass die Unternehmen diesen Wandel begreifen, akzeptieren und in ihrer Firmenstrategie umsetzen.

Im Rahmen der fünfstündigen Veranstaltung, die Bestandteil des Programmes «Energy Efficiency from Germany» des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ist, hatte die Camchal neben nationalen Experten auch deutsche Fachleute aus der Forschung sowie Unternehmensvertreter aus beiden Ländern eingeladen. Mit dabei waren Professor Carsten Drebenstedt, der Vizedirektor des Instituts für Bergbau der Universität Freiberg, und Felix Lehnen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Bergbaukunde an der RWTH Aachen. Sie referierten aus einer forschungstheoretischen Perspektive über den nachhaltigen Energieeinsatz im Tage- sowie Untertagebau.

Einen praktischen Rahmen boten die Vorträge von vier ranghaften deutschen Firmen, die eigene Produkte und Dienstleistungen aus dem Gebiet der Energienutzung vorstellten. Einen Einstieg gab die Firma Dobersek GmbH. Als Spezialisten für die Verarbeitung von Metallen und Mineralien informierten sie darüber, wie Brechanlagen in der Kupferindustrie optimiert werden können. Die Bender GmbH&Co. KG gab einen Einblick in neue technische Sicherheitsvorkehrungen bei der Nutzung elektronischer Systeme im Bergbau. Und Mireia Beltra Paya, als Vertreterin der Firma Viessmann Faulquemont S.A.S, stellte eigene solarthermische Produkte vor.

Dr. Rolf Meissner von der Ritter XL Solar GmbH rundete die Vortragsreihe ab. Als Spezialist für Solarthermie wies er auf die neueste Technik hin, mit der möglichst effizient Solarwärme zu nutzen. Unter den nationalen Experten befanden sich Michel de Laire, Leiter der Industrie- und Minenabteilung der chilenischen Agentur für Energieeffizienz (AchEE) sowie Samuel Peñaloza Barrera, Vizepräsident der Abteilung für Infrastruktur und Materialverwendung von Codelco. Er erzählte vom aktuellen Projekt des Minenuntertagebaus von Chuquicamata.

Bereits im Vorjahr hatte die Camchal eine Messe zum nachhaltigen Energieverbrauch organisiert. Diese stand im Fokus der Lebensmittelindustrie und dessen Vertrieb.

 

Von Sabrina Greifzu

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