Mit der Lizenz zum Fliegen

Vor Kurzem hat Aerocardal die Lizenz für größere Passagierflüge erhalten. Das Unternehmen will zudem 4,8 Millionen US-Dollar in seine Expansion investieren.

Ein Jahr lang nahmen der Kontrollprozess und die Bewertung in Anspruch. Doch am Ende gab die chilenische Aufsichtsbehörde für zivile Luftfahrt (Dirección General de Aeronáutica Civil de Chile, DGAC) grünes Licht. Mit der Lizenz, Passagierflüge mit mehr als 19 Fluggästen durchzuführen, steigt Aerocardal in die Liga der bekannten Größen wie Lan, Sky und Pal Airlines auf.

«Diese Genehmigung gilt sogar weltweit», unterstreicht Aerocardal-Geschäftsführer Ricardo Real, räumt aber gleichzeitig ein, dass man sich zunächst auf chilenisches Territorium beschränken wolle.

Derzeit bedient Aerocardal die Strecke Santiago-Vallenar. Montags zweimal sowie mittwochs und freitags geht es von der Hauptstadt in die 647 Kilometer nördlich gelegene Atacama-Region und wieder zurück. Zu den Kunden zählen vor allem Geschäftsleute des Bergbausektors sowie andere Firmenvertreter. Aber auch Unternehmer wie Horst Paulmann und Sven von Appen sollen bereits auf die Dienstleistung von Aerocardal gesetzt haben.

«Unsere Geschäftsflüge bilden einen Zusatzservice, einen Nischenmarkt, der von den traditionellen Fluggesellschaften nicht abgedeckt wird. Bei möglichen neuen Verbindungen haben wir daher Flughäfen im Auge, die nicht von den großen Wettbewerbern angesteuert werden», erklärt Ricardo Real. Dazu könnten Los Ángeles, Chillán, San Pedro de Atacama sowie der Inselarchipel Juan Fernández zählen. «In den nächsten sechs Monaten werden wir sicherlich eine Entscheidung treffen.»

Momentan verfügt Aerocardal über zehn Flugzeuge, von denen zwei für die erwähnten Passagierflüge vorgesehen sind. Die beiden Dornier-328-Maschinen stammen aus deutscher Produktion, sind für Kurzstrecken mit einer Reichweite von bis zu 1.185 Kilometern geeignet und können 31 Fluggäste bei einer Spitzengeschwindigkeit von 592 Stundenkilometern befördern. Daneben gehören zur Flotte noch vier Helikopter. «Die DGAC-Lizenz zu erwerben war also zwingend notwendig, um Flüge mit höheren Passagierzahlen überhaupt anbieten zu dürfen», ergänzt Ricardo Real.

Auf Expansion setzt das Unternehmen auch bei seinen Anlagen. Mit einer Investition in Höhe von 4,8 Millionen US-Dollar soll der bisherige firmeneigene Terminal in Santiago einem neuen, moderneren Bau weichen. Zudem werden Hangar und Flugplatzfläche vergrößert.

Aerocardal wurde 1991 gegründet und befindet sich in Besitz des deutschen Unternehmers Michael Kaufmann. Aktuelle beschäftigt die Firma 100 Angestellte. Zu den Geschäftsfeldern zählen neben Passagier- und Charterflügen auch Rettungstransporte sowie Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten an Flugzeugen. Außerdem hat Aerocardal die Vertretung für die US-amerikanische Cirrus Aircraft und die brasilianische Embraer übernommen.

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