Megaprojekt um chilenisches Bergwerk Chuquicamata

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Chuquicamata, der größte Tagebau der Welt, soll in ein unterirdisches Bergwerk umgewandelt werden.

Von Arne Dettmann

Die Ausmaße sind beeindruckend: Der Kupfertagebau Chuquicamata in der nordchilenischen Region Antofagasta ist ungefähr 4,3 Kilometer lang, drei Kilometer breit und reicht einen Kilometer in die Tiefe. Hier wurden seit Betriebsbeginn im Jahr 1915 mehr als 2,3 Milliarden Tonnen Erz abgebaut – immer unter der gleißenden Sonne der Atacama-Wüste. Doch nach 100 Jahren soll nun Schluss sein, hat Codelco beschlossen. Der staatliche Betreiber will in die Tiefe gehen.

Mit einer Investition von 4,2 Milliarden US-Dollar sollen Tunnel mit einer Länge bis zu 180 Kilometer in den Berg getrieben werden, um schon ab 2018 Mineralien unterirdisch zu fördern. Die Arbeiten rund um Belüftungsschächte und Transportwege sind seit 2011 im Gange, laut Codelco wurde ein Viertel des Vorhabens realisiert.

Der Konzern verspricht sich eine reiche Ausbeute. In den vergangen Jahren hatten der niedrigere Kupfergehalt von 0,7 Prozent (Kupferanteil je 100 Kilo Gesteinsmaterial) sowie die geringere Produktion bei steigenden Kosten zum Umdenken gezwungen. Während der Tagebau nicht mehr rentabel erschien, wies ein Explorationsprogramm einen Kupfergehalt von 0,81 Prozent in einer Tiefe von 1.800 Metern nach. Dort schlummern nach Schätzungen noch knapp 1,77 Milliarden Tonnen, etwa 60 Prozent der gesamten Produktion, die in den vergangenen 100 Jahren aus Chuquicamata herausgeholt wurde. Mit dem Projekt «Chuquicamata subterránea» soll die Kupferförderung um weitere 40 Jahre verlängert werden, so die Hoffnung.

«Wir stehen vor einer historischen Herausforderung», erklärt Gerhard von Borries, Vizepräsident der Projektentwicklung bei Codelco. Durch die Umstellung vom Tage- und Untertagebau könnten bis zu 6.000 direkte und 18.000 indirekte Arbeitsplätze entstehen. Am Ende der Laufzeit von Chuquicamata im Jahr 2060 werden dann wahrscheinlich Tunnel mit einer Gesamtlänge von mehr als 1.000 Kilometern konstruiert worden sein – einer Strecke von Santiago bis nach Puerto Montt.

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