Schutz gegen extreme Wetterlagen auch in Chile notwendig

Herausforderung Klimawandel: Resilienz für die Landwirtschaft

Michael Rumberg, ehemaliger Clustermanager Umweltcluster Bayern ist Professor für Life Cycle Assessment and Climate Change an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und forscht über Klimawechsel, Ressourcenmanagement, Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeit. Zudem ist er Managing Director der bayerischen Consultingfirma Treeship GmbH und unterstützt als Vorstandsmitglied die NGO Prima Klima e.V. bei Aufforstungsprojekten gegen den Klimawandel.
Michael Rumberg, ehemaliger Clustermanager Umweltcluster Bayern ist Professor für Life Cycle Assessment and Climate Change an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und forscht über Klimawechsel, Ressourcenmanagement, Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeit. Zudem ist er Managing Director der bayerischen Consultingfirma Treeship GmbH und unterstützt als Vorstandsmitglied die NGO Prima Klima e.V. bei Aufforstungsprojekten gegen den Klimawandel.

 

Michael Rumberg wurde von der Bayerischen Repräsentanz für Südamerika als Key Speaker für das Forum “Cambio Climático: Resiliencia, agricultura sustentable e innvoación” eingeladen, das die Stiftung für Agrarinnovation FIA im August in Valparaíso, Coquimbo und Concepción organisierte.

Hier die gesamte Spezialausgabe Camchal Oktober 2017

 

CAMCHAL: Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Welche sind das?

Michael Rumberg: Grundsätzlich steht die Landwirtschaft vor zwei Hauptaufgaben: Sie ist Mitverursacher des Klimawandels aufgrund der bei der Bewirtschaftung entstehenden Treibhausgase. Es wird daher in Deutschland angestrebt, die Treibhausgasemissionen des landwirtschaftlichen Sektors signifikant zu reduzieren. Die Landwirtschaft steht aber auch vor der Herausforderung, sich an die durch den Klimawandel verursachten Veränderungen anzupassen. Höhere Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster, wie zum Beispiel längere Trockenperioden im Sommer, eine Zunahme an Extremwetterereignissen und eine veränderte Befallssituation mit Schadinsekten erfordern neue Bewirtschaftungsmethoden.  Insbesondere dem Management des Wasserhaushalts im Boden kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu.

Der Klimawandel birgt große Herausforderungen für die Landwirtschaft: Einerseits ist sie Mitverursacher, andererseits muss sie sich neuen Bedingungen anpassen, wie Extremwetterereignissen und veränderten Niederschlagsmustern.
Der Klimawandel birgt große Herausforderungen für die Landwirtschaft: Einerseits ist sie Mitverursacher, andererseits muss sie sich neuen Bedingungen anpassen, wie Extremwetterereignissen und veränderten Niederschlagsmustern.

 

Der Innovation wird eine bedeutende Rolle beim Umgang mit dem Thema Klimawandel zugeschrieben. Welche Entwicklungen können hier helfen?

Michael Rumberg: In der Landwirtschaft wird die Digitalisierung die Anpassung an den Klimawandel unterstützen. Mit Hilfe von Softwarelösungen wird einserseits versucht, so ressourcenschonend und zielgerichtet wie möglich zu arbeiten – zum Beispiel im Bereich der Düngung oder Bewässerung. Zum anderen werden digitale Systeme aber auch helfen, Extremwetterereignisse präziser vorherzusagen und somit rechtzeitige Schutzmaßnahmen erlauben. Wichtig wird bei der Entwicklung neuer Instrumente sein, dass sie eine lokale bzw. regionale Differenzierung zulassen, das heißt so präzise wie möglich den jeweiligen Landwirt über seine aktuellen Risiken informieren.


Welche Maßnahmen sollte ein Land wie Chile ergreifen, damit sich der wichtige Wirtschaftssektor der landwirtschaftlichen Produktion auf den Klimawandel einstellt?

Michael Rumberg: Der Klimawandel wird auch in Chile zu veränderten Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft führen. Kurz- und mittelfristig ist es erst einmal wichtig, die Veränderungen zu beobachten, das heißt Daten zu sammeln und auszuwerten, um signifikante Trends festzustellen und zu quantifizieren. Im zweiten Schritt wird es darum gehen, und das gilt für ein Land wie Chile natürlich besonders, regional differenziert angepasste Lösungsstrategien zu entwickeln. Dies betrifft sowohl Bewirtschaftungsmethoden als auch natürlich den Bereich der Pflanzenzüchtung. Bei fortschreitendem Klimawandel wird sich auch die Frage der „Grünen Gentechnik“ wieder neu stellen. 

 

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