Hamburg Süd bleibt als Maersk-Tochter eigenständig

Vorheriger Besitzer Oetker trennte sich nach 80 Jahren von seinem Reederei-Geschäft

Dr. Arnt Vespermann, Chief Executive Officer (CEO) Hamburg Süd zusammen mit Søren Toft, Executive Vice President and Chief Operating Officer bei A.P. Moller -Maersk. Foto: Hamburg Süd
Dr. Arnt Vespermann, Chief Executive Officer (CEO) Hamburg Süd zusammen mit Søren Toft, Executive Vice President and Chief Operating Officer bei A.P. Moller -Maersk. Foto: Hamburg Süd

 

Unter dem Druck der Schifffahrtskrise hat die Oetker-Familie ihre Reederei Hamburg Süd an den Marktführer Maersk verkauft. Der neue Eigner will den Standort Hamburg und die Marke nicht antasten.

 

Hamburg/Kopenhagen (dpa) – Die Reederei Hamburg Süd soll auch nach dem Verkauf an den Marktführer Maersk als eigenständiges Unternehmen am Markt agieren. Wesentliche Abteilungen wie Vertrieb, Marketing, IT, Personal und Finanzen bleiben am Standort Hamburg erhalten, teilte der neue Vorstandschef Arnt Vespermann in Hamburg mit. «Hamburg Süd bleibt unter dem Dach von Maersk eine kommerziell unabhängige Marke», sagte er.

In den wesentlich größeren Maersk-Konzern integriert würden Bereiche wie das Schiffs- und Containermanagement. Von den rund 1.000 Arbeitsplätzen am Standort Hamburg sollen vorläufig 131 wegfallen, jedoch eventuell auch andere wieder aufgebaut werden. Zusammengeführte Abteilungen könnten sowohl am Sitz des Mutterkonzerns in Kopenhagen wie auch in Hamburg ihren Standort finden.

«Die norddeutsche und die dänische Mentalität sind nicht so unterschiedlich», sagte Søren Toft, Maersk-Vorstand für das operative Geschäft und neues Mitglied im Beirat der Hamburg Süd. Es handele sich um zwei gut geführte, erfolgreiche Unternehmen mit familiärem Hintergrund. Maersk will nach der Übernahme ab 2019 jährliche Einsparungen von 350 bis 400 Millionen Dollar realisieren.

Maersk hatte vor einem Jahr einen Vorvertrag mit dem vorherigen Eigentümer Oetker über den Erwerb der Hamburg Süd abgeschlossen und im März den Kaufvertrag unterzeichnet. Oetker trennte sich nach 80 Jahren von seinem Reederei-Geschäft und damit von mehr als der Hälfte des Konzernumsatzes. Die weltgrößte Reederei zahlte 3,7 Milliarden Euro für Hamburg Süd. Nun werden 105 Schiffe in die Maersk-Flotte integriert, die damit auf 773 eigene und gecharterte Schiffe anwächst. Mit Schiffsraum für 4,15 Millionen Standardcontainer (TEU) hält Maersk nun einen Anteil von 19,3 Prozent der weltweiten Kapazitäten.

Die Reederei Hamburg Süd beschäftigt insgesamt rund 6300 Mitarbeiter und erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,64 Milliarden Euro. Sie transportierte 4,4 Millionen TEU, mit einem Schwerpunkt in der Südamerika-Fahrt.

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