Deutsch-chilenische Kooperation erwünscht

25. November 2011 von

Beim diesjährigen Lateinamerika-Tag in Hamburg ging es um Umweltschutz und Chile als Wirtschaftsstandort. Zwei Themenschwerpunkte, die für deutsche Investoren und Unternehmer attraktiv und zukunftsträchtig sind.

Ehrengast auf dem Lateinamerika-Tag 2011 in Hamburg war Uruguays Staatspräsident José Mujica.

 

Technologien und Nachhaltigkeit im Umweltbereich sowie Umweltmanagement in Megacitys standen am Montag, den 17. Oktober, auf dem Tagungsprogramm im Hotel Atlantic Kempinski an der Außenalster. Als besonderer Gast nahm an dem anschließenden Galadiner der uruguayische Staatspräsident José Mujica teil.

Am Dienstag ging der Blick der Teilnehmer dann in den Südwesten Lateinamerikas. Der «Wirtschaftstag Chile», organisiert vom Lateinamerika Verein mit Sitz in der Hansestadt, der Handelskammer Hamburg, der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer (Camchal) sowie ProChile, behandelte Investitionsmöglichkeiten und Chancen für Technologiekooperationen zwischen Deutschland und Chile sowie die Zusammenarbeit und Entwicklung im Energie- und Umweltsektor.

Zu den rund 230 Gästen aus Wirtschaft und Politik, Referenten und Diskussionsteilnehmern zählten unter anderem Cornelia Sonnenberg als Geschäftsführerin und René Focke als Präsident der Camchal sowie Thomas Keller von Chiles Kupfergesellschaft Codeclo und Hernán Cheyre, Vizepräsident des chilenischen Wirtschaftsförderung Corfo.

Repräsentanten von Unternehmen wie Ferrostaal, Bosch, K+S, der Deutschen Bank, Gas Atacama und anderen Firmen lobten fast ausnahmslos Chile als einen vertrauenswürdigen Standort für Investitionen und Geschäftsaktivitäten. Das Land zeichne sich durch politische Stabilität, Sicherheit, steigende Wachstumsraten, aber auch Disziplin und Ehrgeiz aus, so der Tenor.

Allerdings wurde auch Kritik laut: Umfragen hätten ergeben, dass sich die Chilenen weniger ein schnelleres, sondern lieber ein hochwertigeres Wachstum wünschten. Die Erwartungshaltung liege in der Steigerung der Lebensqualität. Und: Der steigende Energiebedarf und die damit höhere Umweltbelastung würden das Land dazu verpflichten, Energieeinsparungen vorzunehmen, regenerative Energiequellen (Solar, Wind, Wasser), Energieeffizienz sowie umweltschonende Produktionsmethoden zu fördern – eine klare Chance für deutsche Unternehmen.

Außerdem gehöre Santiago de Chile leider zu den smogreichsten Städten der Welt. Auch hierbei müsste dringend etwas unternommen werden. Hamburg sei dagegen derzeit europäische Umwelthauptstadt und würde eine perfekte Abfallentsorgung vorweisen, bei der Müll recycelt wird, damit in Aufbereitungsanlagen neue Rohstoffe entstehen. Insbesondere Elektroschrott enthalte wertvolle wieder verwertbare Metalle. Hamburg könnte daher ein Vorbild für Chile sein. Eine enge Zusammenarbeit wäre wünschenswert und vorteilhaft für Chile, auch im Bereich Handel, Technik und Know-how-Transfer.

Einige Teilnehmer hoben zudem hervor, dass Chile seine Wirtschaft weiter diversifizieren müsse. Kupfer, Zellulose, Wein und Früchte seien einige wenige Produkte, die 70 Prozent des Exports ausmachen. Eine Grundvoraussetzung für die Steigerung des Lebensstandards sei zudem eine gute und umfassende Bildung. Und nicht zuletzt empfahlen einige Chilenen, die in Deutschland studiert und gearbeitet haben, ihren Landsleuten, die Arbeitswelt effizienter zu gestalten. Ein Zuhörer drückte das so aus: «Genug der vielen Worte – anpacken!»

 

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