Chile strebt 70 Prozent aus Erneuerbaren an

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Bei Calama entsteht das erste thermische Solarkraftwerk in Südamerika

Zukunftsszenarien zur Einspeisung Erneuerbarer Energien in das Stromnetz und die technische Umsetzung der Netzintegration waren die Hauptthemen einer internationalen Konferenz, die Ende Oktober in Santiago stattfand. Rund einhundert Experten von Energieministerien und Netzbetreibern aus zwölf Ländern Lateinamerikas nahmen gemeinsam mit Vertretern der chilenischen Energiewirtschaft und der Internationalen Energieagentur (IEA) daran teil.

«Bis zum Jahr 2020 sind die Wind- und Solarenergie die vielversprechendsten Energieformen, da sie bereits jetzt in eine Niedrigkostenphase übergegangen sind. Das erhöht ihre Konkurrenzfähigkeit, so dass nun deren Integration in die Stromnetze entscheidend ist.» Mit dieser Feststellung eröffnete Paul Simons, geschäftsführender Direktor der IEA die Konferenz.

Christian Santana, Abteilungsleiter für Erneuerbare Energien im chilenischen Energieministerium, unterstrich den partizipativen Prozess auf dem Weg zur «Energieagenda 2050». Laut Santana sind mindestens 30 Prozent jährliche Stromerzeugung durch variable Erneuerbare Energien wie Wind und Solar möglich, wenn das System flexibler, Leistungsvorhersagen genauer und Energiereserven besser genutzt werden.

Chile hat bereits bis heute einen Anteil von rund 42 Prozent Erneuerbarer an der gesamten elektrischen Energieproduktion. Das Ziel der Regierung ist es bis zum Jahr 2035 diesen Anteil auf 60 Prozent und bis zum Jahr 2050 auf 70 Prozent zu erhöhen. Die für 2017 erwartete Zusammenlegung der beiden Verteilernetze SIC und SING, der Ausbau der Transmissionsnetze und ein neues Stromübertragungsgesetz soll den Energiemarkt wettbewerbsgerechter und für Erneuerbare noch attraktiver gestalten.

Die Konferenz und ein vorhergehendes regionales Training wurden von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kooperation mit der Internationalen Energieagentur (IEA) durchgeführt. Die Aktivitäten sind Teil der Deutschen Klima- und Technologie-Initiative (DKTI) zur Förderung der Solarenergie in Chile, beauftragt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit und Bau (BMUB).

Abgerundet wurde die Expertenwoche mit einer Exkursion zur Baustelle des ersten thermischen Solarkraftwerks (CSP) in Südamerika, das von dem spanischen Unternehmen Abengoa in der Nähe von Calama errichtet wird.

 

Quelle: GIZ Chile

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