Chile profitiert vom Lithium-Export

Wachsende Nachfrage und steigende Preise beim «weißen Gold»

Chile ist derzeit zweitgrößter Lithium-Produzent weltweit. Das Alkalimetall wird unter anderem zur Herstellung von Batterien verwendet.
Chile ist derzeit zweitgrößter Lithium-Produzent weltweit. Das Alkalimetall wird unter anderem zur Herstellung von Batterien verwendet.

 

Chile wird seinen Exportwert an Lithium in diesem Jahr wahrscheinlich bedeutend steigern. Auch Bolivien will mit einer Abbau-Offensive das wertvolle Metall selbst fördern.

 

Von Arne Dettmann

Chile hat im ersten Halbjahr Lithium im Wert von 418 Millionen US-Dollar exportiert und damit bereits 70 Prozent des Vorjahres erreicht. Der gesamte Warenausfuhrwert an Lithium betrug 2016 rund 589 Millionen US-Dollar und dürfte in diesem Jahr klar übertroffen werden. Eine steigende Nachfrage sowie höhere Preise sind für den verstärkten Verkauf des Alkalimetalls verantwortlich.

Laut Daten von Ecomex erzielte 2016 eine Tonne Lithium des chilenischen Herstellers SQM auf den Märkten einen Wert von 7.957 US-Dollar, während derzeit die Tonne 11.965 US-Dollar kostet. Das entspricht einem Zuwachs von 46 Prozent. Beim zweiten großen Produzenten, dem US-Unternehmen Albemarle, liegt der Preis aktuell bei 8.803 US-Dollar und damit um 36 Prozent höher als im Vorjahr.

Beide beiden in Chile tätigen Firmen planen zwar die Ausweitung ihrer Produktionskapazitäten. Dennoch stellt nach wie vor Australien mit 40 Prozent das Land mit dem größten Anteil am internationalen Lithium-Markt dar. Es folgen Chile mit 36 und Argentinien mit 14 Prozent Anteil. China kommt auf acht Prozent.

Der Salar de Atacama: Chile verfügt schätzungsweise über 7,5 Millionen Tonnen an Lithiumreserven.
Der Salar de Atacama: Chile verfügt schätzungsweise über 7,5 Millionen Tonnen an Lithiumreserven.

Aber auch Chiles Nachbarland Bolivien will in den begehrten Zukunftsmarkt der Elektro-Autos einsteigen und das für die Batterien benötigte Lithium verstärkt fördern. Laut der Deutschen Presseagentur habe der politische Direktor des bolivianischen Lithiumprogramms, Juan Carlos Montenegro, rund 20 Millionen US-Dollar in vier Pilot-Fabriken investiert.

Präsident Evo Morales beabsichtige demnach im Salzsee von Uyuni eine Anlage zum Abbau von Lithium errichten lassen. Damit sollen pro Jahr 30.000 Tonnen Lithiumkarbonat gewonnen werden. Geplant wird diese Anlage vom Thüringer Unternehmen K-Utec. «Wir werden eine große Lithium-Industrie aufbauen, über 800 Millionen Dollar stehen dafür bereit», hatte Präsident Morales der Deutschen Presse-Agentur im Juni gesagt.

Lithium gilt als Rohstoff der Zukunft. Das «weiße Gold» wird für Batterien von Elektro-Autos, Akkus von Mobiltelefonen und auch in der Medizintechnik verwendet. Mit neun Millionen Tonnen werden die größten Reserven in Bolivien vermutetet. Chile hält schätzungsweise 7,5 Millionen bereit, gefolgt von den USA mit 6,7 und Argentinien mit 6,5 Millionen Tonnen.

In Australien befinden sich derzeit 14 Schürfprojekte in Planung, um die Lithiumproduktion zu erhöhen, in Argentinien sind es sieben. Insgesamt werden weltweit 38 Abbau-Projekte vorangetrieben.

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