Batista legt Ämter nieder

Der deutsche Energieriese Eon setzt stark auf das Ausland. In Brasilien hakt es allerdings schon länger: Eon-Partner Batista hat finanzielle Probleme und die Kurse an der brasilianischen Börse sind eingebrochen.

Düsseldorf (dpa) – Deutschlands größter Energiekonzern Eon stößt bei seinem Engagement in Brasilien auf Probleme. Wegen des deutlich verschlechterten Marktumfeldes werde die angekündigte Kapitalerhöhung bei der Eon-Beteiligung, dem brasilianischen Energieversorger MPX nicht über den Markt abgewickelt. Sie laufe mit verringertem Volumen über private Investoren, teilte Eon am Donnerstag vergangener Woche mit. Außerdem habe der MPX-Gründer Eike Batista seine Ämter im Aufsichtsgremium niedergelegt. Neuer Chef des MPX-Verwaltungsrates werde für eine Übergangszeit das Eon-Vorstandsmitglied Jørgen Kildahl.

Batista hatte das Energieunternehmen 2001 gegründet. Mit ihm zusammen will Eon den brasilianischen Markt erschließen und hofft auf erhebliches Wachstum. Die geplanten und im Bau befindlichen Kraftwerke verbesserten die Versorgungssicherheit in Brasilien deutlich und brächten MPX wie Eon «erheblichen Mehrwert», erklärte Eon-Chef Johannes Teyssen.

Allerdings war der Milliardär Batista zuletzt in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die seit Monaten geplante MPX-Kapitalerhöhung wird wegen der Einbruchs der brasilianischen Börse auch geringer ausfallen. Der im März angepeilte Erlös von 1,2 Milliarden Real musste auf 800 Millionen (273 Millionen Euro) gesenkt werden. Eon gibt davon 400 Millionen Real (100 Millionen Euro), der Rest soll von der brasilianischen Bank BTG kommen, die staatliche Entwicklungsbank prüft noch eine Beteiligung. Eon wird nach der Transaktion mehr als 36 Prozent der Anteile an MPX halten.

Die Eon-Aktionäre verfolgen das Brasilien-Engagement mittlerweile mit einiger Skepsis, wie Anfang Mai auf der Hauptversammlung deutlich wurde. Das Unternehmen müsse aufpassen, in der Heimat verdientes Geld nicht im Ausland zu verbrennen, sagte damals ein Aktionärsvertreter. Teyssen setzt aber angesichts des schrumpfenden Geschäfts in Deutschland und Europa auf die Auslandsexpansion.

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