BASF bleibt auf Rekordkurs

«Gut gemeint, aber nicht gut gemacht»: Deutliche Kritik an der Energiewende gab es auf der Hauptversammlung des Chemieriesen BASF. Denn sie treibe die Kosten nach oben. Das müsse Konsequenzen haben, erklärte Konzernchef Kurt Bock. Das Geschäft laufe allerdings gut.

Mannheim/Ludwigshafen (dpa) – Nach einem guten Start bleibt der weltgrößte Chemiekonzern BASF zuversichtlich für das Gesamtjahr. «2013 hat für uns solide angefangen. Insbesondere unser Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln war erneut sehr erfolgreich», sagte Unternehmenschef Kurt Bock am Freitag vergangener Woche auf der Hauptversammlung der BASF in Mannheim. Dank des Wachstums in den Schwellenländern wie Brasilien und China werde die Chemieindustrie mehr produzieren als im Vorjahr. Für das laufende Jahr peile die BASF deshalb weiter Spitzenwerte beim operativen Ergebnis und dem Konzernumsatz an.

Bock warnte aber auch vor Risiken wie einer Verschärfung der Schuldenkrise im Euroraum und den USA, einer geringeren Nachfrage in Asien sowie steigenden Rohstoffkosten. Der Konzernchef kritisierte insbesondere die Rahmenbedingungen in Deutschland, wo die Energiekosten explodierten.

Bei der Energiewende sei «vieles gut gemeint, aber leider nicht gut gemacht». Die Möglichkeit, auch hierzulande mit der umstrittenen Fracking-Methode Schiefergas zu fördern, müsse geprüft werden, um Nachteile gegenüber den USA auszugleichen, forderte Bock. Dort koste Gas nur noch ein Drittel dessen, was in Europa bezahlt werden müsse.

Seinen Sparkurs will der Dax-Konzern mit Sitz in Ludwigshafen fortsetzen. Zudem soll das Geschäft profitabler werden. «Wir wollen schlank und schnell sein, auch wenn wir ein großes, komplexes Unternehmen sind», sagte Bock. Erst vor wenigen Tagen war der Abbau von 500 Stellen im Spezialchemiegeschäft angekündigt worden. Ende März 2013 beschäftigte BASF 111.687 Mitarbeiter, rund 2.500 mehr als im Vorjahr.

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