Ausstoß von Kohlendioxid 2012 auf Rekordhoch

London (dpa) – Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid bei der Energiegewinnung ist im vergangenen Jahr auf des Rekordhoch von 31,6 Gigatonnen geklettert. Das gab die Internationale Energie-Agentur (IEA) am Montag in London bekannt. «Wir sind dabei, unser Ziel einer Erderwärmung von nicht mehr als zwei Grad Celsius aus den Augen zu verlieren», sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol. Gebe es kein Umdenken, steuere die Welt auf eine Erwärmung um etwa vier Grad Celsius bis 2100 zu, schlechtesten Falls sogar um bis zu 5,3 Prozent. «Das ist nicht so, dass man da mal so eben das Jackett auszieht und dann ist es wieder angenehm», sagte Birol in Anspielung auf die Folgen.

Aus China und den USA gebe es ermutigende Signale, sagte er. In den Vereinigten Staaten habe ein entschiedener Wechsel von der Energiegewinnung aus Kohle zu Gas dazu geführt, dass die Ausstöße auf das Level von Mitte der 1990er Jahre zurückgegangen sind. In China hat sich zumindest der der Anstieg des Ausstoßes mit 3,8 Prozent im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr halbiert.

Europa gebe Anlass zu verstärkter Sorge, sagte Birol. Deutschland hat dem Bericht zufolge seinen Kohlendioxid-Ausstoß 2012 um 2,2 Prozent erhöht, Großbritannien sogar um 4,5 Prozent. Grund seien vor allem niedrige Preise für Kohle. Auch in Japan stieg der Ausstoß wegen des Ersatzes von Kernenergie durch Kohle nach dem Fukushima-Unglück. Insgesamt wurde der Ausstoß in Europa aber wegen der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent reduziert. Gleichzeitig seien 2012 aber auch die Investitionen in erneuerbare Energien zurückgegangen.

Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass die Welt – ohne wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen – auf den Pfad des Zwei-Prozent-Zieles zurückkehren kann. Es müsste effiziente Energiesparmaßnahmen ergriffen werden, sowohl bei Gebäuden, als auch bei der industriellen Fertigung. Der Neubau von Kohlekraftwerken müsse begrenzt, die am wenigsten effizienten müssten vom Netz genommen werden. Allein 18 Prozent des Sparzieles könnte erreicht werden, wenn Öl- und Gaskonzerne bei der Gewinnung der Rohstoffe kein unnötiges Methan in die Atmosphäre freisetzten. Zwölf Prozent seien zu sparen, wenn die Regierungen zumindest teilweise aufhörten, den Verbrauch von fossilen Brennstoffen zu subventionieren.

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