Voll auf den Genuss gekommen: «Kaffeepause» in Providencia

Vom frisch gerösteten Kaffee bis zum Barista-Seminar

Kaffee frisch geröstet, gemahlen und zubereitet: Daniel Díaz Neumann betreibt die «Kaffeepause» in Providencia
Kaffee frisch geröstet, gemahlen und zubereitet: Daniel Díaz Neumann betreibt die «Kaffeepause» in Providencia

 

«Kaffee ist nicht gleich Kaffee», sagt Daniel Díaz Neumann und meint damit den Unterschied zwischen einem Instantkaffee (Löslicher Kaffee, auf Spanisch café instantáneo) und einem frischen Bohnenkaffee. Die erste Variante würden in Chile immer noch viele Leute trinken, möglichst sehr heiß und mit einer ordentlichen Portion Zucker versehen, damit er überhaupt genießbar wird. Doch eine ständig zunehmende Zahl an Personen bevorzuge die zweite Alternative: frisch geröstete Bohnen anstatt eines Extraktes aus der Gefriertrocknung; frisch gemahlen anstatt aus einer standardisierten Verpackung; und behutsam aufgegossen, damit die Röst- und Aromastoffe nicht verloren gehen.

Diesen ganzen edlen Genuss bietet Daniel Díaz Neumann in seiner «Kaffeepause» in Providencia an, die er im August vergangenen Jahres eröffnet hat. Der Absolvent der Deutschen Schule Santiago studierte Betriebswirtschaftslehre und arbeitete neun Jahre lang beim Getränkehersteller CCU. Seine Ehefrau Valeria Villablanca gründete unterdessen die Kaffeeimportfirma Bee Coffee Shop, deren Produkte er nun anbietet.

Die Bohnen stammen aus Anbaugebieten in Bolivien, Honduras, Peru, Guatemala, Indien sowie Indonesien, durchlaufen eine Rösterei in Curacaví und landen dann in der «Kaffeepause» – entweder in einer Packung zum Kaufen oder aber frisch gemahlen und aufgegossen zum Genießen.

Somit kann der Kunde nicht nur jede Woche eine andere Sorte aus einem anderen Land probieren, sondern auch die Zubereitungsmethode wählen, von der Espressomaschine bis zum traditionellen Filterkaffee. Letztere empfiehlt der Deutsch-Chilene: «Die süßen, sauren und bitteren Nuancen lassen sich bei dieser Art einfach besser herausschmecken.»

Wer noch tiefer in die Geheimnisse des schwarzen Getränks einsteigen will, der kann in der «Kaffeepause» auch ein professionelles Barista-Seminar absolvieren. Der Begriff setzt sich aus den Worten «Bartender» und «Expertisa» zusammen und bezeichnet einen Experten, der gekonnt Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato zubereiten kann und außerdem genauestens über Kaffeesorten, Röstung und den Mahlgrad Bescheid weiß. Zum Abschluss des Kurses erhält der Teilnehmer ein Zertifikat von Latam SCA, der Latinamerican Specialty Coffee Association, auf Spanisch Alianza Latinoamericana de Café de Especialidad.

Die «Kaffeepause» ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet und bietet morgens ein Frühstück mit Brot, Rührei, Palta, Saft und Kaffee für 4.000 Pesos an. Fürs Mittagessen stehen Salate, Sandwiches sowie Suppen zur Auswahl. Darüber hinaus hat der Deutsch-Chilene Kuchen, Torten, Croissants, Muffins sowie Apfelstrudel, Bienenstich und sogar Rote Grütze im Angebot.

Diese Leckereien aus der «pastelería alemana» sowie die Lage gleich neben dem Goethe-Institut sind natürlich kein Zufall: Der 36-Jährige besitzt deutsche Wurzeln – ein Teil der Familie wohnt in Deutschland – und seine Frau ist Lehrerin an der Deutschen Schule Santiago. Die Frage, auf welche Schule die Kinder des Paares gehen, dürfte sich wohl erübrigen.

 

Kaffeepause
Luis Thayer Ojeda 95, Local 4
Providencia
Telefon/Handy: 09 9739 7915

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