Tipps vom Ende der Welt

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Von Karla Berndt

Punta Arenas – nicht gerade das beliebteste Reiseziel der Chilenen, die eher warme, sonnige Gefilde bevorzugen. Nach nunmehr 28 Jahren in Santiago vermisse ich im Gegensatz dazu manchmal Wolken, Regen, Wind und richtig kalte Tage. Die Flüge ans Ende der Welt sind im chilenischen Frühling besonders preiswert, also ging’s zu einer Kurzreise in den Süden. Vier unvergessliche Tage, einschließlich einer Überfahrt nach Feuerland, wo wir Flamingos, Guanacos und Königspinguine in unberührter Landschaft bewundern konnten. Natürlich wurden auch einige Restaurants ausprobiert. Hier meine Tipps:
Kiosco Roca (Calle Presidente Julio Roca 875), nach einer landesweiten Abstimmung in 2012 als beste «Picada» (das Wort lässt sich wohl am besten als Kneipe übersetzen) in Chile ausgezeichnet. Spezialität sind die deftigen Sandwiches mit hausgemachter Mayonnaise und Chorizo, einer würzigen, grobkörnigen mit Paprika und Knoblauch versehenen Rohwurst vom Schwein, dazu – seltsame Zusammenstellung! – gibt’s Milchmix mit frischer Banane. Ein leckerer Sattmacher für wenig Geld.
Cocinería Puelpún (Markt Mercado Municipal, 1. Etage), ein kleines, einfaches Lokal mit Blick auf die Magellanstraße. Rhabarber Sour oder Calafate Sour (dem Hollunder ähnliche Beerenfrucht) als Aperitif, danach eine mit Königskrabbe und Käse gefüllte Empanada und roh marinierte Seeigel, die hier einen etwas zarteren Geschmack als in der Zentralzone haben. Das komplette Mittagsmenü gibt es für etwa 6.000 Pesos.
Los Ganaderos (O’Higgins 1166), ein Restaurant gegenüber der Strandpromenade, dass Sie unbedingt besuchen sollten! Lammhälften, die nach patagonischer Art langsam über offenem Feuer brutzeln, verleihen dem Ambiente seine besondere Note. Dabei ist der weitläufige Gastraum gut geheizt und belüftet. Der Service verdient besondere Anerkennung – schnell und freundlich wurden wir hier bedient. Abgesehen von diesen Äußerlichkeiten habe ich hier den besten Königskrabben-Auflauf (chupe de centolla) meines Lebens verspeist. Und hervorragende, zarte Seeaal-Bäckchen (mejillas de congrio) mit Senfsauce und Rahmkartoffeln. Menüpreis hier um 15.000 Pesos (ohne Wein).
Zum Schluss noch eine Empfehlung: Das Hotel Isla Rey Jorge liegt zentral, ist familiär, gemütlich und preisgünstig!

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