«Klassiker mit Zukunft»

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Von Karla Berndt

Wenn Sie Anfang der 80er Jahre in Santiago gut speisen wollten, war fast die einzige Garantie für guten Geschmack und Service ein Hotel-Restaurant. Inzwischen gibt es in der Hauptstadt mehr als 5.000 Restaurants, von luxuriösen Gourmettempeln bis zu einfachen Gaststätten. Allein in den vergangenen zwei Jahren öffneten rund 200 neue Etablissements ihre Pforten – fast ebenso viele wurden geschlossen.
Inzwischen ist auch die internationale Küche in Chile, vor allem in Santiago, präsent – von Arabisch über Indisch bis Peruanisch ist (fast) alles vertreten. Die chilenische Gastronomieszene ist in Bewegung gekommen. Dabei gibt es jedoch einzelne Beispiele für eine geradezu bewundernswerte Kontinuität, und eines davon ist das Restaurant Bristol im Hotel Plaza San Francisco.
Seit neun Jahren zeichnet Axel Manriquéz hier als Chef verantwortlich für eine vielfach ausgezeichnete und anerkannte Küche – chilenische Produkte, mit Professionalität und viel Kreativität verarbeitet zu immer neuen, schmackhaften und überraschenden Gerichten. Sein Vorgänger Guillermo Rodríguez schulte ihn von der Pike auf. Diese solide Ausbildung ist sicher eine die Grundlage für seinen heutigen Erfolg. Die neue Karte des Bristol ist Beweis dafür.
Ein Brotkörbchen, in dem auch Sopaipillas (Kürbisgebäck) und Chapalele (eine Art Kartoffelpuffer) nicht fehlen, dazu überraschende Saucen unter anderem mit Algen und Porree bilden den vielversprechenden Auftakt. Unter den Vorspeisen möchte ich die «Triología de Locos» empfehlen: Abalones gratiniert, in zarten Streifen mit Avocado und verschiedenen Kartoffelarten der Insel Chiloé angerichtet und mit Koriander-Zwiebelsauce auf Quinoa serviert ($ 11.500). Lieber eine Suppe? Der Teller wird zunächst mit Rächerlachs, Flusskrebsen, Kaviar und Crème fraîche serviert und dann mit heißer Suppe aus grünen Erbsen übergossen ($ 9.900). Sehr lecker!
Unter den Hauptgerichten fand ich die «Cabrilla frita» besonders schmackhaft, in Bierteig ausgebacken und mit Tobinambir-Püree sowie einem schmackhaften Salat aus Algen, Tomaten und grünen Pfefferschoten gereicht ($ 14.900). Cabrilla ist ein noch nicht sehr bekannter, schmackhafter Fisch mit weißem Fleisch, der vor allem im Norden Chiles in Küstennähe gefangen wird.
Eine Portion Mascarpone-Eis mit getrockneten Früchten, Schokoladensauce und Café-Likör aus Chonchi, Chiloe ($ 8.900) ist der krönende Abschluss dieser Verkostung in traditionell englischem Ambiente, perfekt kredenzt von professionellen Kellnern. Die Speisekarte bietet übrigens auch vegetarische Gerichte – heute zunehmend nachgefragt von den Hotelgästen, aber auch vom chilenischen Publikum.
Bristol, ungetrübte Gaumenfreude im Zentrum Santiagos – vielleicht schauen Sie auch einmal vorbei? Parkplätze gibt es jedenfalls – wie in jedem Hotel.

Bristol
Hotel Plaza San Francisco
Av. Libertador Bernardo O´Higgins 816
Santiago – Zentrum
Tel.: 226 393 832
Öffnungszeiten: Täglich 13-15.30 und 19.30 bis 23 Uhr

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