Anker in der Hippie-Bucht

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Von Karla Berndt

Zunächst Ihnen allen, liebe Leser, ein gesundes, glückliches, erfolgreiches und friedliches Jahre 2016!
Sicher haben Sie das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel gut mit Ihrer Familie und Freunden verbracht. Ich habe dies auch getan, allerdings nicht in Santiago, sondern in Horcón. Das kleine Fischerdörfchen, etwa zwei Fahrstunden nordwestlich von Santiago zwischen Ventana und Maitencillo gelegen, haben wir schon mehrfach über die Weihnachtstage aufgesucht. Himmlische Ruhe, frische Luft und ein herrlicher Blick übers Meer statt der Hektik der Hauptstadt – was will man mehr!
Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Unsere Unterkunft besitzt eine kleine Küche, einige Mini-Geschäfte direkt gegenüber bieten frische Brötchen, Gemüse und Obst an, und als Grundnahrungsmittel gibt es täglich frischen Fisch und Meeresfrüchte an der kleinen Fischerbucht. Die bunten Boote werden hier noch wie vor vielen Jahren mit Pferden an Land gezogen, ein Schauspiel, das mich immer aufs Neue begeistert. Hat man mal keine Lust zum Kochen, kann man hier zu jeder Tageszeit in einem der kleinen Restaurants Platz nehmen und sich einfach nur für eine Empanada entscheiden oder ein komplettes Menü bestellen. 4170_p14a
«El Ancla» (Der Anker) wurde in unserer Urlaubswoche zweimal von uns aufgesucht und neuerlich für gut befunden. Das einfache Restaurant mit Blick auf die Fischerboote (und auf einen ungemein putzigen Weihnachtsbaum aus grünen Fischernetzen), rustikalen Holztischen und ausgesprochen flinker, freundlicher Bedienung bietet eine übersichtliche Karte mit traditionellen Zubereitungen, natürlich vor allem von Meeresprodukten. Gebackener Seehecht (Merluza) mit Salat ($ 5.990) oder «a lo pobre» – mit Pommes frites (papas fritas), gerösteten Zwiebelringen und Spiegelei ($ 6.490) – kann ich ebenso empfehlen wie die gehaltvolle Fischsuppe aus Meeraal (Caldillo de Congrio $ 5.990). Sehr lecker sind auch die Aufläufe von Abalones (Chupe de Loco $ 9.990) oder Seekrebsen (Chupe de Jaiba $ 7.690). Dazu eine gut gekühlte Flasche Gato Sauvignon Blanc ($ 5.390), und das Mahl ist komplett.
Danach kann man noch ein Stück bis zum Kunstgewerbemarkt laufen und hier zwischen allem möglichen Krimskrams auf Entdeckungsreise nach interessanten Objekten gehen. Mein Mann wurde fündig und erstand ein Schwertfisch-Schwert.
Dass Horcón in den 60er und 70er Jahren eine Hochburg der Hippie-Bewegung war, ist verbrieft. Und dass Horcón den einzigen offiziellen FKK-Strand Chiles besitzt, ebenso. Bis zur Playa Luna muss man zwar etwas weiter laufen, aber nach einem Essen im Ancla sollte dies kein Problem sein.

El Ancla, Costanera 73, Caleta Horcón, Telefon: (32) 279 44 20

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