Roland Reinbach Hofmann, Arzt

Roland Reinbach Hofmann wurde in Casma in der Nähe von Frutillar geboren, wuchs auf dem Land in Río Frío westlich von Puerto Varas auf und ging zur Deutschen Schule in Osorno. Im Anschluss studierte er sieben Jahre lang Medizin an der Universidad de Concepción sowie drei weitere Jahre Innere Medizin in der Universidad Católica in Santiago. Der Arzt war 38 Jahre lang Dozent an der Medizinischen Fakultät der Universidad de Concepción und beruflich in der Staatsklinik in Talcahuano tätig gewesen. Zudem besuchte er für eineinhalb Jahre die Universitätsklinik in Münster in Deutschland zur Fortbildung in Kardiologie.

Der 67-Jährige ist mit Annegret Hoffmann verheiratet, das Ehepaar hat drei Kinder und fünf Enkelkinder. Zurzeit ist Roland Reinbach zweimal in der Woche halbtags in der Staatsklinik in Talcahuano und auch als Direktor der Privatklinik Bio Bio in Talcahuano tätig.

 

  1. Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte immer etwas älter sein. Und beruflich dachte ich zu der Zeit, erst einmal Fußballspieler zu werden.

 

  1. Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?

Mit der Erfahrung, die ich gesammelt habe, und mit den zum großen Teil erfüllten Erwartungen würde ich dieselbe Richtung im Bereich der Medizin wählen.

 

  1. Wer war und ist Ihr Vorbild?

Meine Eltern in ihrer genügsamen Lebensart und ihrem Verantwortungsgefühl.

 

  1. Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?

Dass sie uns zur Schule schickten, obwohl wir das Zuhause auf dem Land monatelang meistens sehr traurig verlassen mussten.

 

  1. Was war Ihr schlechtestes Schulfach?
    Als normaler Schüler war ich zum Teil in Geschichte etwas schwächer und definitiv im Schwimmen, weil ich mich wegen der Kälte – trotz milder Temperatur – meistens davor gedrückt habe.

 

  1. Was macht Sie glücklich?

Oft im Kreis der Familie und unter Freunden zu sein. Auch mag ich die Spannung verschiedener Sportarten, wenn ich sie ansehe. Selbst aber betreibe ich jetzt weniger Sport.

 

  1. Was macht Ihnen Angst?

Fanatismus, der mit Hass verbunden ist.

 

  1. Worauf könnten Sie verzichten?

Auf eine Reise mit Landung auf anderen Planeten.

 

  1. Was ist Ihnen peinlich?

Sich bei einer wichtigen Sitzung oder einem Termin zu verspäten.

 

  1. Wen beneiden Sie?

Den, der mehrere Sprachen beherrscht.

 

  1. Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?

Mit dem Staatspräsidenten oder zurzeit mit dem Erziehungsminister.

 

  1. Wen würden Sie gerne einmal treffen?

US-Präsident Obama, um an einem runden Tisch bei einem Gespräch mit Anderen teilnehmen zu können.

 

  1. Was würden Sie niemals tun?

Im Winter in einem Schwimmbad unter freiem Himmel baden.

 

  1. Was regt Sie auf?

Das Läuten meines oder anderer Handys bei den verschiedensten Sitzungen, Vorträgen oder Gottesdiensten.

 

  1. Was ertragen Sie mit Humor?

Heutzutage ertrage ich sehr oft meine Fehler oder Unterlassungen mit Humor.

 

  1. Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?

Die Brillen, das Handy oder den Regenschirm irgendwo vergessen oder liegen gelassen zu haben.

 

  1. Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?

Wegen der Familie und weil ich schon etwas älter bin und deshalb auch ansässiger geworden bin. Zudem ist es ein sehr schönes Land mit noch einigen Gegenden, in denen der Mensch noch wenig eingegriffen hat.

 

  1. Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?

Ich würde sofort eine «franja educativa» im Fernsehen an Kinder gerichtet durchsetzen, so wie es alle offenen TV-Sender in Chile vor den Wahlen mit der «franja electoral» gleichzeitig – und ich betone es besonders – mehrere Minuten für die Politik übertragen.

Und zwar: Dreimal täglich, verschiedene kurzgefasste Themen, in einfacher, interessanter und didaktischer Art senden, das Ganze von Schullehrern erstellt. Es könnten Themen sein, wie zum Beispiel der Respekt vor der Natur und die drohende Umweltverschmutzung, Respekt vor dem Mitmenschen bei verschiedenen Gelegenheiten, Aufklärung über gesundes Essen und Trinken, physische Betätigung, Erfindungen, physikalische und biologische Ereignisse und vieles mehr für eine gesündere und gebildetere Gesellschaft. Ältere Personen würden es sich auch ansehen können, aber bei Kindern kann man natürlich mehr erreichen. Das trüge auch zur Gerechtigkeit bei.

 

  1. Was sollten die Chilenen ernster nehmen?

Das Wort «Ehre» und die Verantwortung.

 

  1. Welches Buch lesen Sie gerade?

«Knulp» von Hermann Hesse auf Deutsch.

 

  1. Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Verschiedene Arten von Kartoffelsalat mit Fischgericht, unter anderem.

 

  1. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Einige bestimmte Sportnachrichten anschauen, auch ab und zu Sport treiben, Nachrichten im Internet, Zeitschriften oder ein Buch lesen.

 

  1. Bei welchem Film haben Sie geweint?

Wenn es um einige Tränen geht, dann schon bei mehreren.

 

  1. Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?

Alle, die ein freundliches und liebevolles Aussehen zeigen.

 

  1. Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?

Meiner Frau und ihrer Arbeitsgruppe wegen der Gründung einer Schule in einem Armenviertel von Concepción.

 

  1. Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Genügsam gelebt zu haben und für Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft eingetreten zu sein.

 

  1. Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Jeder Tag bringt was Interessantes.

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