Robert Schmitz – Geschäftsführer des Kongresszentrums Casa Piedra

Faible für Eventmanagement

Robert Schmitz
Robert Schmitz

 

Anfang der 1990er Jahre fehlte in Chile ein großes modernes Kongresszentrum mit internationalem Standard. Mit dem Bau der Casa Piedra in Vitacura wurde Abhilfe geschaffen. Robert Schmitz ist von Anfang an dabei. Seit 25 Jahren ist er dort inzwischen im Management tätig.

 

Von Petra Wilken

Robert Schmitz arbeitete gerade als Bankett-Manager im Hotel Kempinski, dem heutigen Plaza San Francisco, als dessen Eigentümer, die chilenische Unternehmerfamilie Ergas beschloss, den Mangel an einem internationalen Kongresszentrum in Santiago zu beheben. Anfang der 1990er Jahre gab es lediglich die Veranstaltungshallen Diego Portales an der Alameda, die später zum GAM umgebaut wurden, und größere Säle in den Hotels Sheraton und Kempinski. Als Ende 1992 das Fundament der Casa Piedra gelegt wurde, erhielt der Deutsch-Chilene die Stelle als Betriebsleiter.

Bei der Einweihung 1994 waren viel noch skeptisch: War Casa Piedra nicht vollkommen überdimensioniert? Eine Konzession der Gemeindeverwaltung für eine Fläche von sechs Hektar, 8.000 Quadratmeter bebaute Fläche, davon 4.000 Quadratmeter Veranstaltungssäle. Die Befürchtungen bestätigten sich nicht. So wie der Ausbau des internationalen Flughafens von Santiago sich bald als zu klein erwies, so dauerte es nicht lange, bis sich die Größe des neuen Kongresszentrums als angemessen bewies.

Der Deutsch-Chilene Robert Schmitz, Jahrgang 1966, hatte von Anfang an keine Zweifel daran, da er sich im internationalen Kongressgeschäft auskannte. Seine Leidenschaft dafür hatte er entwickelt, als er für die Hotelkette Sheraton in Santiago und Buenos Aires arbeitete. Doch zunächst zu den Anfängen seiner Geschichte.

 

Marine-Schule in Valparaíso

Es waren die Großeltern von Robert Schmitz, die aus Deutschland nach Chile auswanderten, väterlicherseits stammten sie aus Köln und mütterlicherseits aus Metzingen bei Stuttgart. Großvater Schmitz arbeitete im Norden in der Salpeterindustrie. Seine Eltern ließen sich jedoch in Osorno nieder, wo sein Vater, Hans Schmitz, Honorarkonsul wurde. Robert war das jüngste von vier Kindern.

Nach der Schule absolvierte er zwei Jahre lang die Marine-Schule in Valparaíso. Doch danach legte er den Grundstein für den Beruf, in dem er nun seit rund 30 Jahren aufgeht: Er studierte Hotelwesen im Inacap. Nach der Ausbildung sammelte er seine ersten Erfahrungen in Hotels mit angeschlossenen Kongresszentren im spanischen Malaga. «Im Hotelmanagement kann man sich entweder auf Unterkunft oder auf das Kongresswesen spezialisieren. Es war wohl in Buenos Aires, wo für mich klar wurde, dass ich ein Faible für das Eventmanagement habe», erklärt Schmitz. In Chile arbeitete er im Sheraton und im Plaza San Francisco, bevor seine Karriere in der Casa Piedra begann.

Dort kennt er alles aus der Praxis. Elf Jahre lang war er als Betriebsleiter tätig, dann zwei Jahre als Business Manager, und seit zwölf Jahren ist er Hauptgeschäftsführer. Gleichzeitig hat er das Amt des Präsidenten vom Convention Bureau Santiago Chile inne. Die Vereinigung wirbt für Santiago als Veranstaltungsort für internationale Kongresse.

 

Chile als Land für internationale Kongresse

«In Chile werden 2018 etwa sechs Millionen Touristen erwartet. Im vergangenen Jahr wurde mit fünf Millionen ein Rekord verzeichnet», erklärt Robert Schmitz die enormen Steigerungsraten, die der Tourismus erlebt. «Das hat damit zu tun, wie Chile wahrgenommen wird. Es gilt als seriöses, stabiles Land», führt er aus. Das wirkt sich günstig auf die Werbung für das Land als Veranstaltungsort für internationale Kongresse aus.

Ein Großteil seien Ärztekongresse. Für die Standortwahl sei auch das touristische Angebot des Landes von Bedeutung. Chile sei mit Torres del Paine und San Pedro de Atacama sehr gut aufgestellt. Dazu ist der Weintourismus gekommen, und die Attraktion des Fly Fishings hat schon seit längerem zum guten Ruf Chiles beigetragen.

Dazu kommt, dass in Chile weltweit die meisten internationalen Hotelketten vertreten sind. Von all diesen guten Rahmenbedingungen profitiert auch die Casa Piedra. Jährlich beherbergt sie rund 800 Events, darunter internationale und nationale Messen, Kongresse und Shows, Veranstaltungen von Unternehmen, aber auch alle Arten von Familienfeiern oder Schulabschlussfeste.

 

Lebendige Events in der Casa Piedra

Ein vielfältiges und hochwertiges gastronomisches Angebot ist dabei ein Dreh- und Angelpunkt. Neben 60 Festangestellten beschäftigt die Casa Piedra weitere 300 freie Mitarbeiter und Zulieferer. Gerade im gastronomischen Bereich sind viele der Zulieferer kleine Firmen. Für sie haben sich Robert Schmitz und sein Team eine Zahlungspolitik eingeführt, von der in Chile viele kleine Unternehmen nur träumen können: Sie bezahlen ihre Zulieferer innerhalb von fünf Tagen. Der chilenische Verband ProPyme fordert die Zahlung innerhalb von 30 Tagen, was bei der häufig angewandten Praxis von Zeiträumen von mehreren Monaten schon ein Fortschritt wäre.

«Wir haben mit unserer Zahlungspolitik erreicht, dass unsere Zulieferer eng mit uns verbunden sind und damit konnten wir Qualität und Kompromiss verbessern», so Robert Schmitz. «Events sind lebendig. Man muss flexibel sein, wenn einem einen Tag vor der Veranstaltung mitgeteilt wird, wir haben nicht 500, sondern 800 Teilnehmer», so Schmitz.

Der verheiratete Vater von vier Kindern liebt auch in seiner Freizeit große Herausforderungen: Er ist begeisterter Triathlon- und Marathonsportler und nimmt an internationalen Veranstaltungen teil. Er ist bereits in Costa Rica, in Lima, Miami und Pucón gelaufen. Zudem liebt er Jazz und spielt Klavier. «Meine ganze Familie ist sehr musikalisch», sagt er.

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