Pablo Schönherr Neumann

«Schon als Kind wollte ich Pilot werden»

Pablo Schönherr Neumann ist von Beruf Pilot und Vater eines Sohnes, der auf die Deutsche Schule Santiago geht.
Pablo Schönherr Neumann ist von Beruf Pilot und Vater eines Sohnes, der auf die Deutsche Schule Santiago geht.

 

Pablo Schönherr Neumann ist Pilot Nº 5 oder «Solo» der Kunstfliegerstaffel «Halcones» der chilenischen Luftwaffe. Der heute 33-Jährige hat die Deutsche Schule Santiago besucht und anschließend an der «Escuela de Aviación Capitán Manuel Ávalos Prado» der Luftwaffe studiert. Seine Vorfahren stammen ursprünglich aus dem österreichischen Zillertal und lebten in Schlesien, das im heutigen Polen liegt, bevor sie um 1850 in den Süden Chiles auswanderten. Pablo Schönherr ist verheiratet und hat einen Sohn, ein weiteres Kind ist derzeit unterwegs.

 

Was wollten Sie als Kind werden?

Schon als Kind wollte ich Pilot werden und mit Flugzeugen arbeiten. Obwohl ich oft gedacht habe, dass ich auch etwas anderes machen könnte, war nichts so erfüllend für mich wie diese beeindruckenden Maschinen zu lenken und einzigartige Aussichten auf die Welt zu haben.

 

Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?

Zweifelsohne. Ich glaube, dass es mir dieser Beruf ermöglicht hat, mich in allen Bereichen zu entwickeln. Kontinuierlich und systematisch bin ich aus meiner Komfortzone herausgekommen, habe Dinge erforscht und neue Erfahrungen gemacht.

 

Wer war und ist Ihr Vorbild?

Es gibt viele Personen, die ich achte und von denen ich mir Aspekte ihres Handelns annehme. In meiner Familie, seien es mein Vater, meine Mutter, Geschwister, Großeltern, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen und sehr nahe Freunde, haben zweifellos eine bedeutende Rolle in meiner Heranbildung als integrale Person gespielt. Von meinem Vater zum Beispiel habe ich die Liebe zu den Flugzeugen und der Luftwaffe geerbt, von meiner Mutter die positive Einstellung und ihre Ausdauer. Ich habe kein definiertes Modell, da ich denke, dass jeder seinen eigenen Weg geht mit seinen eigenen Tugenden und Defekten. Perfekte Menschen existieren nicht.

 

Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?

Ich verdanke ihnen alles. Sie haben mir ihre Liebe geschenkt und alle Anstrengungen unternommen, um mir eine glückliche Kindheit voller Werte zu geben. Sie haben mir die Instrumente und die Sicherheit gegeben, damit meinen Fähigkeiten keine Grenzen gesetzt wurden.  

 

Was war Ihr schlechtestes Schulfach?

Deutsch! Zum Teil schreibe ich das der Tatsache zu, dass ich zweieinhalb Jahre in England gelebt habe. Nachdem ich zurückgekommen bin, habe ich das nie wieder hundertprozentig aufholen können. Dennoch habe ich meine Sprachdiplome geschafft.

 

Was macht Sie glücklich?

Es macht mich glücklich zu sehen, wie meine Familie wächst und sich in einer positiven Umwelt entwickelt. Es macht mich glücklich, mir meine Träume erfüllen zu können und unglaubliche Maschinen zu fliegen, die ich an ihre Grenzen bringe, wobei ich gleichzeitig meine eigenen herausfordere. Es macht mich glücklich, mit einem Exzellenzteam zu arbeiten, das mit Leidenschaft und Engagement arbeitet. Was mich noch glücklicher macht, ist dass ich diesen schönen Beruf mit Verantwortung genießen kann und gleichzeitig einen Beitrag für meine Familie leiste.

 

Was macht Ihnen Angst?

Ich habe keine genauen Ängste. Es gibt Situationen, die ich auf alle Fälle vermeiden möchte, wie zum Beispiel körperliche Risiken oder meine Lieben nicht in der Nähe zu haben. Eine andere Furcht ist es, ein eintöniges Leben oder keine Abenteuer zu haben. Ich glaube, dass ich mit jeder Erfahrung wachse und etwas lerne.

 

Worauf könnten Sie verzichten?

Ich kann auf das Materielle verzichten. Ich habe genügend, um ruhig zu leben und meiner Familie das Beste zu geben.

 

Was ist Ihnen peinlich?

Die Zurschaustellung von Macht und der falsche Schein.

 

Wen beneiden Sie?

Niemanden
 

Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?

Mit jedem, der nicht macht, was ihm gefällt.  
 

Was würden Sie niemals tun?

Mein Leben oder das Leben der Meinen riskieren.

 

Was regt Sie auf?

Ich rege mich nie auf. Ich reagiere auf das, was ich zu lösen habe. Etwas, was mich aufregen könnte, sind bösartige und kriminelle Handlungen.

 

Was ertragen Sie mit Humor?

Alles, außer Verkehrsstaus oder die Fahrlässigkeit.

 

Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?

Ich würde gerne die Kreativität einiger Personen haben.

 

Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?

Ich würde Chile für eine begrenzte Zeit verlassen, um Projekte durchzuführen und Erfahrungen zu machen, aber immer unter der Voraussetzung zurückzukommen. Mir gefällt Chile, weil meine Leute hier sind, und ich identifiziere mich mit diesem Land.

 

Was sollten die Chilenen ernster nehmen?

Ich glaube, man sollte mehr auf den Respekt achten, mit dem man den Rest behandelt. Oftmals beobachte ich völlig unbegründete Respektlosigkeiten. Ich glaube, es besteht immer noch Hass und Polarisierung zwischen Gruppen, was keinerlei Grundlage hat. Man sollte die Gültigkeit verschiedener Optionen ernster nehmen und nicht vorschreiben, wie man leben und was man machen muss.

 

Welches Buch lesen Sie gerade?

Mir bleibt wenig Zeit für eine beständige Lektüre. Deshalb lese ich kürzere Publikationen. Ich lese viele Artikel über Aeronautik.

 

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Jedes Gericht, das meine Frau Rosario zubereitet – oder die, die ich mache. Aber peruanisches Ceviche ist meine Schwäche.

 

Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Draußen laufen oder Fahrradfahren mit meinem Sohn Martin. Mich mit meiner Familie unterhalten und Spaß haben.

 

Bei welchem Film haben Sie geweint?

Davon gibt es mehrere, da ich Familienfilme gucke. Der letzte war «Lion» mit Dev Patel.
 

Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?

An erster Stelle meine eigene Frau. Authentizität erscheint mir attraktiv.
 

Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?

Vielen Menschen, die ich aus Zeitmangel länger nicht gesehen habe. Besonders allen meinen Schulfreunden und aus meinem Viertel.

 

Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?

Er lebte glücklich und machte, was er sich vorgenommen hatte. Er war jemand, dem es nicht wichtig war, was die anderen sagen würden, und er kultivierte den Humor und war gut drauf.

 

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Ich möchte ein langes und erfülltes Leben haben ohne ein einschränkendes Motto, denn ich glaube an die Evolution der Personen.

 

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