Leidenschaft für Mikrochirurgie

Dr. Peter Oliver Denk, Chefarzt für Augenheilkunde Clínica Alemana

Dr. Oliver Denk lebt seit 2004 in Chile. An der Deutschen Klinik Santiago leitet der Arzt die Abteilung für Augenheilkunde. Foto: Petra Wilken
Dr. Oliver Denk lebt seit 2004 in Chile. An der Deutschen Klinik Santiago leitet der Arzt die Abteilung für Augenheilkunde. Foto: Petra Wilken

 

Seit 2015 leitet Dr. Peter Oliver Denk die Abteilung für Augenheilkunde an der Clínica Alemana und ist zuständig für ein Team von 21 Fachärzten, von denen zwei deutschstämmig sind. Er ist der einzige, der in Deutschland geboren wurde.

 

Von Petra Wilken  

Dr. Peter Oliver Denk ist vor 14 Jahren nach Chile ausgewandert. Auch in seinem Fall ist – wie so oft – eine Chilenin «schuld» daran. Denk lernte seine Frau während einer Urlaubsreise in Chile kennen. Eine Zeitlang waren die beiden Brieffreunde, bis klar wurde, dass da mehr war.

«Meine Frau ist nach Deutschland gezogen, und dort haben wir geheiratet», erzählt er im Gespräch mit dem Cóndor. Inzwischen hat das Paar vier Kinder. Die beiden ältesten Söhne sind bereits 23 und 21 Jahre alt und studieren Betriebswirtschaft und Ingenieurswesen in Santiago, und die beiden jüngeren sind in Chile geboren – ein weiterer Sohn und eine Tochter. Sie sind 15 und neun Jahre alt und gehen auf die Deutsche Schule.

Denk wurde in Bonn geboren ist dort aufgewachsen. Vor dem Studium absolvierte er den 15-monatigen Wehrdienst als Sanitätssoldat in Regensburg und in Bergisch Gladbach. «Das hat den Ausschlag gegeben, Medizin zu studieren.» Eigentlich hatte er sich für Biochemie einschreiben wollen, dem Studium der Grundlagen des Lebens auf der molekularen Ebene. Während des Wehrdienstes stellte er jedoch fest, dass er mit Menschen arbeiten wollte.

«Biochemiker arbeiten im Labor. Ich wollte in meinem Beruf mit Menschen arbeiten. Für Augenheilkunde habe ich mich entschieden, da ich schon immer Interesse an präziser, feinmechanischer Handarbeit hatte. Und Augenheilkunde ist das mikrochirurgische Fach schlechthin », erläutert er seine Entscheidung.

Das Medizinstudium nahm er in Bonn auf. Dort studierte er drei Jahre, bevor er für ein Jahr mit Hilfe des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) nach London ging. Anschließend studierte er fünf Jahre in Valencia, was mittels des Europäischen Systems zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen möglich war (ECTS nach der englischen Bezeichnung European Credit Transfer and Accumulation System), einem europaweiten Instrument zur Verbesserung der Qualität der Hochschulbildung.  

Als er aus Valencia nach Deutschland zurückkehrte, hatte er noch das praktische Jahr zu absolvieren. Davon verbrachte er vier Monate im Hospital Salvador in Santiago. Seinen Facharzt begann er 1994 in Tübingen. Inzwischen promovierte er in Bonn, doch gleichzeitig strebte er eine Universitätskarriere an. So habilitierte er anschließend in Tübingen auf der Grundlage wissenschaftlicher Arbeiten im Gebiet der Glaukomerkrankung (Grüner Star).

An der Universitäts-Augenklinik in Tübingen arbeitete er insgesamt zehn Jahre lang, in den letzten Jahren in Oberarztfunktion. Während dieser Zeit machte er mit seiner Familie immer wieder Urlaub in Chile. «Dabei habe ich meinen Arzttitel in Chile revalidiert», erzählt er.

2004 bekam er ein Angebot von der Deutschen Klinik, und die Familie siedelte nach Chile über. Bis 2015 arbeitete er jeweils halbtags dort und am Hospital FACH, dem Krankenhaus der chilenischen Luftwaffe, wo er die Position des Chefarztes der Abteilung für Augenheilkunde innehatte.

«Nachdem man mir die Chefarztposition an der Deutschen Klinik angeboten hatte, habe ich entschieden, mich voll auf die Arbeit an der Clínica Alemana zu konzentrieren», so der Mediziner, der sich im Bereich der Augenheilkunde auf die operative Behandlung von Netzhauterkrankungen, auf Kataraktoperationen sowie auf refraktive Chirurgie spezialisiert hat. Der Öffentlichkeit bekannt sind vor allem die LASIK-Augenoperationen zur Korrektur von optischer Fehlsicht. Lasik steht für Laser-in-situ-Keratomileusis, ein Eingriff, den viele als Alternative zu Brille oder Kontaktlinse wählen.

Eine weitere wichtige Aktivität des Teams der Augenheilabteilung ist die Ausbildung der Medizinstudenten der Universidad del Desarrollo. Der Studentenunterricht findet sowohl in der Deutschen Klinik wie auch am Lehrkrankenhaus Hospital Padre Hurtado in San Ramón statt. Ferner organisiert die Augenabteilung der Deutschen Klinik regelmäßig wissenschaftliche Kongresse und Informationsveranstaltungen für Ärzte anderer Fachrichtungen und für Patienten.

In der Freizeit ist die ganze Familie Denk oft im Club Manquehue anzutreffen. «Gleich nachdem wir in Chile angekommen sind, sind wir eingetreten. Wir spielen gerne Tennis, nutzen das neue Hallenbad und die Fitnesseinrichtungen des neuen Sportzentrums», erzählt der Arzt.

Neben Familie, Beruf und Sport ist die Musik seine Leidenschaft. Denk ist seit dem sechsten Lebensjahr begeisterter Klavierspieler. «Zu Hause spiele ich gerne klassische Musik von Bach bis Brahms, aber am liebsten verbringe ich den Abend mit meinen Freunden der Beatles-Cover-Band „Los Balsas“. Meistens treffen wir uns privat und studieren Beatlessongs ein, aber hin und wieder treten wir auch bei bei privaten Veranstaltungen, Schulfesten oder Beatles Revival Veranstaltungen auf».  

 

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