Nachgefragt: Jaime Pozo Ferreira-Nobriga

4124_p16_1Jaime Pozo Ferreira-Nobriga

Dozent an der Universidad Católica de Valparaíso und Federico Santa María- Valparaíso

Jaime Pozo wurde in Valparaíso geboren, studierte dort in der Hafenstadt Betriebswirtschaftslehre (BWL) an der Pontificia Universidad Católica (PUCV) de Valparaiso, machte ein Aufbaustudium an der Sorbonne in Paris und promovierte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Zudem absolvierte er ein so genanntes BWL-Fellowship im Caltech Institute of California. Der 58-Jährige ist derzeit Dozent an beiden erwähnten Universitäten. Jaime Pozo ist verheiratet, hat drei Kinder und drei Enkelkinder. In seiner Freizeit hört er gerne Musik, liest, schreibt, fährt Fahrrad und Ski und leitet zudem den deutschen Männerchor Frohsinn.

1. Was wollten Sie als Kind werden?
Ingeniero Comercial oder Flugzeugpilot

2. Wenn Sie wieder auf die Welt kämen, würden Sie den gleichen Beruf ergreifen?
Ja, ich bin sehr zufrieden mit meiner letzten Entscheidung als Ingeniero Comercial, denn somit kann ich einer Menge Mitmenschen mit meinem Beruf behilflich sein.

3. Wer war und ist Ihr Vorbild?
Mein Vorbild war und ist Jesus Christus als Mensch und Gott. Aber auch derzeitige Personen wie zum Beispiel Mutter Teresa in Kalkutta oder Konrad Adenauer als Politiker.

4. Wofür sind Sie Ihren Eltern dankbar?
Für die Erziehung mit viel Substanz an Werten, Freude am Leben und sehr behilflich zu sein mit dem Nächsten.

5. Was war Ihr schlechtestes Schulfach? Zeichnen, man verlangte sehr viel Bemühung realistisch zu malen und ich war viel zu abstrakt, trotzdem hatte ich eine chilenische Fünf.

6. Was macht Sie glücklich?
Das Verständnis und die Liebe zwischen den Menschen, in jeder Ebene der Aktivitäten, sei es Politik, Religion, Sport oder Wirtschaft.

7. Was macht Ihnen Angst?
Der Hass und der Neid. Das sind sehr gefährliche Waffen, die der Mensch hat und die sehr viel Schaden anderen zufügen.

8. Worauf könnten Sie verzichten?
Es kommt darauf an. In einem Essen auf einen Nachtisch, wenn das Hauptgericht grandios war. Aber auch auf einen übermäßigen Wohlstand, wenn andere Menschen trotz ihrer Bemühungen nicht zu einem würdigem Leben kommen.

9. Was ist Ihnen peinlich?
Die Improvisation

10. Wen beneiden Sie? Menschen, die trotz weniger Ressourcen mit ihrem Leben zufrieden sind. Zum Beispiel die Siedler, die im extremen Norden oder Süden Chiles leben.

11. Mit wem würden Sie nie tauschen wollen?
Mit jemanden, der die Lust am Kämpfen um das Lebensprojekt verloren hat. Sogar wenn man im Gefängnis ist, müsste man diese Lust nie verlieren.

12. Wen würden Sie gerne einmal treffen?
Wenn man zumindest eine halbe Stunde Zeit hätte zu sprechen, dann würde ich gerne große aktuelle spirituelle Menschen wie Papst Franziskus und den Dalai Lama treffen. Aber auch große Unternehmer wie Warren Buffet oder Bill Gates, um zu verstehen wie man mit so großem Vermögen anderen helfen kann, denn diese Unternehmer tun das.

13. Was würden Sie niemals tun?
Eine Aktivität, die meinem Nächsten schaden kann. Aber es können Dinge geschehen, die nicht vorauszusehen sind, da muss man immer wachsam sein, um sie zu vermeiden.
14. Was regt Sie auf?
Kulturelle Änderungen, die die Gesellschaft nicht mitmachen kann oder will. Dieses ist viele Male in der Geschichte passiert. Nach einiger Zeit schlägt dann das Pendel zurück.

15. Was ertragen Sie mit Humor?
Ich kann mehrere Sachen mit Humor ertragen, zum Beispiel eine lange Warteschlange auf dem Finanzamt. Oder in einem Stau zu stecken. Oder die lange Rede eines Politikers.

16. Über welche eigenen Schwächen ärgern Sie sich?
Wenig Geduld zu haben für Sachen, die aus den Schienen geraten.

17. Weshalb würden Sie nie aus Chile auswandern?
Ich würde schon aus Chile auswandern, wenn man mir zum Beispiel die Freiheit nehmen würde oder wenn ich merke, dass ich durch meine Arbeit vielen anderen helfen kann.

18. Wenn Sie einen Tag Präsident wären, was würden Sie ändern?
Das Lohnsystem der öffentlichen Wirtschaft, sowohl vom Exekutiven als auch vom Parlament. Die sind so viel höher als das, was die Mehrheit der Mitarbeiter im Lande erhält, so dass der Gini-Koeffizient (ein Maß zur Feststellung der Einkommensverteilung; Anmerk. d. Red.) schon dort mit den Ungleichheiten anfängt.

19. Was sollten die Chilenen ernster nehmen?
Dass man mit Mut, Ehrlichkeit und Durchhaltevermögen auch im Leben vorwärts kommt.

20. Welches Buch lesen Sie gerade?
«Detras del Muro» von Roberto Ampuero

21. Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Zwei: Cazuela de Ave oder Reineta grille mit gekochten Kartoffeln und Ensalada a la Chilena.

22. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
Was ich schon in meinen Hobbys erwähnt habe: das ist Radeln, Musik hören oder machen, ein schönes Buch lesen oder in der Natur wandern.

23. Bei welchem Film haben Sie geweint?
Eigentlich weine ich nie so sehr, aber ich muss erkennen, dass wenn ein Film romantisch ist, mir schon ein paar Tränen gekommen sind, zum Beispiel bei «Titanic» oder «Jenseits von Afrika» mit Meryl Streep und Robert Redford oder «Der große Gatsby».

24. Welchen Frauentyp finden Sie anziehend?
Intelligent, hübsch und sportlich.

25. Wem wollten Sie schon lange ein Kompliment machen?
Dem anonymen Arbeiter, der jeden Tag früh aufsteht, einer ehrlichen Arbeit nachgeht und seiner Familie hilft vorwärts zu kommen.

26. Was sollte Ihnen später einmal nachgesagt werden?
Er war ein Mensch, der sich bemüht hat, trotz seiner verschiedenen Grenzen, anderen zu helfen Probleme jeder Art zu lösen.

27. Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Mit Freude und Lust kommt man leichter durch sein Lebensprojekt! (selbst erdacht)

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