Das Ziel heißt Qualität

Seit November 2014 ist er der Geschäftsleiter des Club Manquehue. Der beliebte Treffpunkt, an dem nicht nur Sportbegeisterte zusammenkommen, sondern überhaupt Mitglieder der deutsch-chilenischen Gemeinschaft sich zu einem Plauderstündchen, einem Mittagessen oder nachmittags zu einer Tasse Tee treffen, erfährt zurzeit einen Wandel großen Ausmaßes.

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Von Walter Krumbach

Der Verein wird einer grundlegenden Modernisierung unterzogen. Ein neues Sportzentrum ist im Entstehen, welches den langgehegten Wunsch der Mitglieder, über ein beheiztes Schwimmbad verfügen zu können, in Erfüllung gehen lassen wird.
Somit hat Carlos Magnere wesentlich komplexere Aufgaben zu bearbeiten, als sie einem Geschäftsleiter normalerweise zukommen. Trotzdem macht er einen entspannten Eindruck und versichert auf die Frage, wie er sich hier fühle, «sehr gut, sehr wohlgefällig in der deutsch-chilenischen Gemeinschaft; vor allem, weil es sich um einen Verein mit dem besten Niveau handelt, was mich veranlasst hat, herzukommen».
Daher ist er nicht nur darum bemüht, gute Dienstleistungen zu geben, sondern auch Atmosphäre zu schaffen: «Zunächst geht es darum, die Grundidee zu pflegen, dass jedes Mitglied und seine Familienangehörigen sich hier wie in ihrem zweiten Heim fühlen. Unabhängig von den sportiven Aufgaben, soll dieses ein Wesenszug des Klubs sein. Wir haben die Infrastruktur dafür, was wir mit der Instandsetzung des neuen Sportzentrums noch verbessern werden. Das beheizte Schwimmbad wird es über die Wintermonate erlauben, eine Sportart zu treiben, die sich bisher lediglich auf die Sommerzeit beschränken musste».
Außerdem wird das Sportzentrum eine neue Kaffeestube haben, die sich voraussichtlich zum Mittelpunkt der Neubauten entwickeln wird: «Dazu kommt eine neue Turnhalle, die dazugehörigen Umkleideräume, Saunas und Brausebäder von bestem Niveau; kurz, eine qualitative Verwandlung des Vereins, die die Mitglieder bemerken werden, wenn wir die Bauten gegen Ende des Jahres einweihen werden».

Die Gastronomie muss stimmen
Heutzutage sind Sportvereine keine reine Turn- oder Spielstätten mehr. Ihre Mitglieder erwarten von diesen Organisationen gewisse Serviceleistungen. In den letzten Jahrzehnten hat es daher merkliche Errungenschaften zum Beispiel auf dem gastronomischen Gebiet gegeben. Der Kunde zeigt sich heute nicht mehr mit einem einfachen Imbiss zufrieden, und sei dieser noch so schmackhaft, sondern erwartet, dass er beim Betreten des Klubrestaurants eine unter verschiedenen feinen Speisen auswählen kann.
«Naturgemäß werden Deutsch-Chilenen es vorziehen, in diesem Verein Mitglieder zu werden», meint Magnere, «und die Bedingungen, die der Klub heute auf gesellschaftlichem wie auch sportlichem Gebiet offeriert, ermöglichen es unseren Mitgliedern, aus einer breiten Palette von Möglichkeiten auszusuchen, um ihre Zeit zu verwenden und zu genießen. Das bezieht sich auf die Unterhaltung, auf das Gesellschaftliche und natürlich auch auf den Sport».
Dazu kommt ein großes Angebot für die verschiedenen Altersgruppen. Hierbei werden sowohl die jüngsten unter den Mitgliederkindern berücksichtigt, als auch die Senioren, die zu der Clubgründergeneration gehören. Gegenwärtig organisiert der Manquehue monatlich sogenannte «thematische Abendessen». Carlos Magnere erinnert sich an das mexikanische Essen, an dem Mariachis für Stimmung sorgten, «und welches großen Erfolg hatte». Ebenso «haben wir den Muttertag, den 21. Mai und den Vatertag groß gefeiert», unterstreicht er. «Wir trachten danach, den Mitgliedern Beschäftigungen anzubieten, die sie anziehen».

Sport ist Mittelpunkt
Der Manquehue ist ein Sportverein. Diese Binsenwahrheit darf niemals aus den Augen verloren werden. Carlos Magnere bringt die Sache auf den Punkt: «Wir sind daran interessiert, dass die Mitglieder zunächst sportlich aktiv sind, dass etwa die Kinder sich am Sport beteiligen, dass er für sie zu einer Art Lebensphilosophie wird, sodass er sich in einen grundlegenden Teil ihrer Existenz verwandelt, und wenn sie später einmal Mitglieder werden wollen – wunderbar! Zu dem Zeitpunkt besitzen sie in ihren Wurzeln bereits ein Potential gesellschaftlicher und sportlicher Art».
Carlos Magnere ist ein gebürtiger Santiaguiner. Er wuchs in der Hauptstadt auf und besuchte die Schule Patrocinio de San José der Salesianer-Pater. Später schlug er die Militärlaufbahn ein und ließ sich an der Heeresoffiziersschule «Bernardo O’Higgins» ausbilden. Um die 20 Jahre diente er im Heer. Während dieser Zeit studierte er an der Universität Ingenieurswesen.
Nachdem er sich vom Heer zurückzog, war er hauptsächlich im Gesundheitsbereich beschäftigt. So war er zum Beispiel an der Clínica Reñaca in der 5. Region tätig, später bei Integramédica als Projektmanager. Danach übernahm er an einer weiteren Klinik den Posten des Geschäftsleiters, bevor er zum Manquehue-Sportverein kam: «Im Dienstleistungsbereich und in der Betreuung von Gemeinschaften habe ich einige Erfahrung sammeln können und hoffe nun, damit den Manquehue-Mitgliedern nützlich sein zu können».
Er betont, ein Befürworter der Politik der offenen Türen zu sein und ein aufmerksames Ohr für jedwede Sorge zu haben, die ein Mitglied ihm vorzutragen wünschte. Aus Erfahrung weiß er, dass der direkte Umgang mit der Kundschaft – sprich: den Mitgliedern, eine ideale Informationsquelle darstellt, um Serviceleistungen zu optimieren.
Carlos Magnere ist seit 28 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter, die schon berufstätig sind. Seine Frau und er befinden sich somit in absehbarer Zeit in der beneidenswerten Lage, das Leben in trauter Zweisamkeit teilen zu können.
Und was die Zukunft des Klub Manquehue anbetrifft, so hofft Magnere ihn eines Tages verlassen zu können, wenn bereits der Plan 2020 voll im Einsatz und das neue Sportzentrum – der Traum eines jeden Manquehue-Mitglieds – eingerichtet ist. Das beinhaltet nicht nur die Bauten, sondern auch die Inbetriebnahme komplizierter technologischer Anlagen, sowie die Neugestaltungen, die Teil des anspruchsvollen Masterplans sind. «Damit wäre der Modernisierung des Vereins ein würdiger Siegel aufgesetzt, womit unsere Mitglieder jedesmal über unseren Service zufriedener sein würden.»
Eine große Verantwortung trägt Carlos Magneres auf seinen Schultern, möchte man meinen. Er macht jedoch nicht im mindesten den Eindruck, belastet zu sein. Im Gegenteil, in lockerem Tonfall versichert er: «Ich bin sehr glücklich, im Klub arbeiten zu dürfen. Durch ihn ist es mir gelungen, die deutsch-chilenische Gemeinschaft viel näher kennenzulernen». Und schmunzelnd fügt er hinzu: «Eigentlich kannte ich mich schon etwas darüber aus – meine Frau hat eine deutsche Mutter, was man ihr an ihrem angeborenen Ordnungssinn anmerkt.»

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