Türkei eröffnet Eisenbahntunnel unter dem Bosporus

Istanbul (dpa) – Die Türkei hat am Dienstag einen Eisenbahntunnel unter dem Bosporus eröffnet. Das auf dem Grund der Meerenge verankerte Bauwerk verbindet die europäische und die asiatische Seite der Millionenmetropole Istanbul. Im Zweiminutentakt verkehrende S-Bahnen sollen stündlich bis zu 75.000 Menschen befördern können, erklären die Betreiber. Von 2015 an sollen auch Züge im Fernverkehr durch den Bosporustunnel fahren.

4062_p1_2

Mit dem Bau der Strecke, die mehr als 2,5 Milliarden Euro kostet, war 2004 begonnen worden. Das als «Marmaray» bezeichnete Projekt zählt wegen des technischen Aufwandes zu den weltweit größten Infrastrukturprojekten der vergangenen Jahre.

Dass der Bau von Eisenbahntunneln unter dem Meer viele Jahre dauert, oft Milliarden verschlingt, aber eben auch Länder oder sogar Erdteile miteinander verbindet, zeigt nicht nur das Beispiel Istanbul:

 

Eurotunnel: Der 50 Kilometer lange Tunnel unter dem Ärmelkanal ist zu einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen dem europäischen Festland und Großbritannien geworden. Er wurde 1994 eröffnet.

 

Seikan-Tunnel: 1988 freigegeben, verbindet er die japanischen Inseln Hokkaido und Honshu. Mit rund 54 Kilometern, davon 23 unter dem Meer, ist er einer der längsten Tunnel der Erde.

 

Fehmarnbelt: Der knapp 18 Kilometer lange, mindestens 5,5 Milliarden Euro teure Straßen- und Eisenbahntunnel zwischen Deutschland und Dänemark soll 2021 eröffnet werden. Der Beginn der Bauarbeiten für das Projekt unter der Ostsee ist für 2015 geplant.

 

Gibraltar: Die Idee, Europa und Afrika durch einen Eisenbahntunnel unter der Meerenge von Gibraltar zu verbinden, reicht bis in die 1990er Jahre zurück. Der von Spanien und Marokko geplante Tunnel soll knapp 39 Kilometer lang werden, die Kosten werden auf zwölf Milliarden Euro geschätzt. Ein Baubeginn ist allerdings bisher nicht absehbar.

Print Friendly

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*