«Pro Minute sterben zwei Babys»

Ein Grund zur Freude zum Muttertag – zumindest in Deutschland. Denn dort geht es Müttern besser als in den meisten anderen Ländern. Am unteren Ende der Listen steht Indien: Nirgendwo sterben mehr Neugeborene und Mütter während der Schwangerschaft.

Berlin/Neu Delhi (dpa) – Die Lebenssituation von Müttern in Deutschland hat sich im weltweiten Vergleich weiter verbessert: Mittlerweile liegt Deutschland auf Rang neun von 176 nach Platz zwölf im Vorjahr. Ganz vorne landeten erneut Finnland, Schweden und Norwegen. Chile belegt Platz 51, Argentinien 36, Mexiko 49. Auf den letzten zehn Rängen finden sich ausschließlich Länder südlich der Sahara. Das geht aus dem neuen Report zur weltweiten Situation von Müttern hervor, den die internationale Kinderrechtsorganisation Save the Children am Dienstag veröffentlichte.

Die Studie berücksichtigt Müttergesundheit, Kindersterblichkeit, Schulbildung und Einkommen sowie der gesellschaftspolitische Status von Frauen.

«Pro Minute sterben zwei Babys. Das sind eine Million Neugeborene pro Jahr, die die ersten 24 Stunden nach der Geburt nicht überleben», beklagte Kathrin Wieland von Save the Children Deutschland. Zwar stürben nicht mehr zwölf Millionen Null- bis Fünfjährige weltweit wie noch 1990. Diese Zahl sei auf 6,9 Millionen gesunken. Aber 43 Prozent dieser Todesfälle betreffen Neugeborene, und noch immer sterben Babys an vermeidbaren, behandelbaren Ursachen.

 

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98 Prozent aller Todesfälle bei Neugeborenen ereigneten sich in Entwicklungsländern. Indien nimmt den traurigen Spitzenplatz ein, dort sterben laut Report jedes Jahr mehr als 300.000 Babys innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Geburt. Auch sterben nirgendwo auf der Welt mehr Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Entbindung. Auf dem Subkontinent sei das Wirtschaftswachstum zwar beeindruckend, doch davon profitieren laut Bericht nicht alle Menschen gleichermaßen.

Im Verhältnis zur Bevölkerung des Landes schneiden allerdings bei der Säuglingssterblichkeit andere Länder noch schlechter ab. Während in Deutschland im Durchschnitt ein Neugeborenes von 1.000 stirbt (in Chile sind es zwei pro 1.000), sind es in Somalia 18 und im Kongo, Mali und Sierra Leone 17. In den entwickelten Ländern stehen die USA nicht gut da: Obwohl in den EU-Staaten mehr Kinder geboren werden als in den USA, sterben in Europa nur halb so viele in den Stunden nach der Geburt.

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