Margot Honecker gestorben

Honecker

Von Arne Dettmann

 

Margot Honecker ist tot. Die Witwe des ehemaligen Generalsekretärs des Zentralkomitees der SED in der DDR, Erich Honecker, starb laut dem chilenischen Fernsehsender 24 Horas am Freitagmorgen (Ortszeit) um 7.15 Uhr in Santiago de Chile. Sie wurde 89 Jahre alt.

Die einstige Frau des mächtigsten Politikers der Deutschen Demokratischen Republik lebte seit 1992 in der chilenischen Hauptstadt im Stadtteil La Reina. Margot Honecker war von 1963 bis zum Mauerfall 1989 Ministerin für Volksbildung in der DDR.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung hatte es gegen sie und ihren Mann mehrere Strafanzeigen geben. Das Paar flüchtete schließlich nach Moskau und beantragte dort bei der chilenischen Botschaft 1991 aus Furcht vor einer Auslieferung nach Deutschland Asyl. Während Erich Honecker 1992 in die Bundesrepublik ausgeliefert wurde, reiste sie nach Santiago de Chile weiter, wo ihre Tochter Sonja Yáñez Betancourt mit ihrem chilenischen Ehemann und ihrem Sohn wohnte. Erich Honecker kam nach seiner Freilassung 1993 ebenfalls nach Chile und starb dort 1994 an Leberkrebs.

Margot Honecker lebte zwar in den vergangenen Jahren zurückgezogen von der Öffentlichkeit, nahm jedoch hin und wieder an Veranstaltungen der Kommunistischen Partei Chiles teil. Zudem reiste sie 2011 als Ehrengast der kubanischen Regierung nach Havanna.

In Interviews und Buchveröffentlichungen zeigte Margot Honecker keine Reue angesichts der Vorwürfe gegen die DDR wegen Menschenrechtsverletzungen. Im Jahr 1993 erhobene Strafanzeigen gegen sie wegen unmenschlicher Zustände in Jugendwerkhöfen der DDR stritt sie als Lüge ab, ebenso die Anschuldigung, sie habe Zwangsadoptionen von Kindern in diesen Höfen angeordnet.

Margot Honecker erhielt in Chile eine Rente aus der Bundesrepublik in einer Höhe von schätzungsweise 1.500 Euro.

 

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One Comment

  1. REINER SIMON

    das waren „“ 1500 EURO zuviel““!???

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