Frankreich beschließt Homo-Ehe

Paris (dpa) – Frankreich hat als 14. Staat weltweit die gleichgeschlechtlichen Ehe eingeführt. Gegen den Widerstand der Opposition sowie der katholischen Kirche beschloss das Parlament die Homo-Ehe sowie das betreffende Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare. In der französischen Nationalversammlung stimmten 331 Abgeordnete für das Gesetz, 225 Parlamentarier waren dagegen.

Die Abgeordneten der ersten Parlamentskammer, dem Senat, hatte dem gesellschaftlich umstrittenen Regierungsprojekt bereits im Februar zugestimmt. «Die Annahme dieses Artikels beendet die Diskriminierung, die aus der sexuellen Orientierung der Bürger resultierte», kommentierte der zum sozialistischen Lager von Präsident François Hollande gehörende Senator François Rebsamen.

Die Homo-Ehe gehörte zu den Wahlversprechen von Präsident Hollande. Die rechtliche Gleichstellung Homosexueller ist im mehrheitlich katholischen Frankreich jedoch weiter heftig umstritten. In den vergangenen Wochen und Monaten gingen Hunderttausende Franzosen dagegen auf die Straße. Am Mittwoch dieser Woche kündigten die Gegner für den 26. Mai eine neue Großdemonstration in Paris an. «Die Ehe vereint einen Mann und eine Frau in Hinblick auf die Zeugung. Zwei Männer und zwei Frauen werden niemals Kinder haben können», kritisierte der konservative UMP-Abgeordnete Charles Revet.

In Deutschland will der rot-grün dominierte Bundesrat die Debatte über die Homo-Ehe vorantreiben. Die Länderkammer hat beschlossen, dazu einen Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen. Ziel ist es, die Ehe für homosexuelle Paare zu öffnen. Im Parlament hat die Initiative jedoch keine Aussicht auf Erfolg. Die schwarz-gelben Koalitionsfraktionen können den Vorstoß dort mit der Kanzlermehrheit stoppen.

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