Diplomatie für eine sichere Welt

Jahrestreffen der Diplomatischen Akademie Wien in Santiago de Chile

Susanne Keppler-Schlesinger, stellvertretende Direktorin der Diplomatischen Akademie Wien
Susanne Keppler-Schlesinger, stellvertretende Direktorin der Diplomatischen Akademie Wien, bei ihrem Aufenthalt in Santiago de Chile

 

Das International Forum on Diplomatic Training (IFDT), ein jährliches Treffen von Diplomatischen Akademien und Instituten für Internationale Beziehungen, wird von der Diplomatischen Akademie Wien geleitet. In diesem Jahr fand es kürzlich auf Einladung der chilenischen Diplomatischen Akademie Andrés Bello in Santiago statt.

 

55 Institutionen aus 48 Ländern kamen in Chile zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Agenda 2030, die umfassende universelle Ziele für eine gerechtere und nachhaltige Entwicklung und damit sicherere Welt bringen soll. Der Cóndor fragte Susanne Keppler-Schlesinger, stellvertretende Direktorin der Diplomatischen Akademie Wien, nach den Herausforderungen für die internationale Diplomatie.

 

Cóndor: Diplomaten sollen in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung geschult werden. Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Susanne Keppler-Schlesinger: Die Themen, mit denen sich Diplomaten beschäftigen müssen, werden immer komplexer. Gerade die Agenda 2030 zeigt das: Nachhaltige Entwicklung und Umweltthemen machen weder vor Länder- noch vor Fachgrenzen halt. Das bedeutet, dass Diplomaten heute auch das Verständnis nicht nur für politische, rechtliche und wirtschaftliche Themen, sondern auch für Umweltfragen und Technik mitbringen müssen, um Probleme umfassend angehen zu können.

Das Lehrangebot der Diplomatischen Akademie Wien umfasst auch die vielfältigen Themen der Agenda 2030, von Entwicklungsökonomie über Menschenrechte bis hin zu Energiefragen. Die Grundlagen wie Politikwissenschaft, Recht, Wirtschaft und Geschichte sind Eckpfeiler und Interdisziplinarität in unserer komplexen Welt unumgänglich. Dinge wie Diversität und Respekt sind ebenso Grundvoraussetzung.

Ein Beispiel ist unser Master of Science in Environmental Technology and International Affairs, der auf Sustainable Development spezialisiert ist und von der Diplomatischen Akademie gemeinsam mit der Technischen Universität Wien angeboten wird. Das Programm ist ein Vorreiter auf internationaler Ebene.

Abschließend möchte ich den kosmopolitischen Mix unserer Studierenden hervorheben, die aus aller Welt nach Wien kommen, um bei uns ihre akademische Ausbildung fortzusetzen oder abzuschließen. Wir ermutigen auch Studierende aus Chile, sich für unser Studienangebot zu interessieren – und die Diplomatische Akademie als ihre «alma mater»“ auszuwählen.

 

Wie sehen Sie die Situation für die Diplomatie in Chile?

Chile ist eines der stabilsten Länder Südamerikas. Themen wie ökonomische Gerechtigkeit und Umweltbewusstsein gewinnen in Chile zunehmend an Bedeutung. Chile verfügt über hervorragende Diplomaten, bestens ausgebildet und vernetzt, gerade auch im iberoamerikanischen Raum. Chile ist in internationalen Organisationen wie der UNO ein wichtiger Akteur.

 

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