Präsidentschaftswahl 2017 in Chile: Konservativer Piñera gegen Mitte-Links-Kandidat Guillier

Stichwahl in Chile am 17. Dezember

Der Kandidat der rechten Koalition «Vamos Chile», Sebastian Pinera, jubelt am Sonntag in Santiago de Chile. Er hat die Präsidentenwahl in Chile nach ersten Hochrechnungen klar gewonnen, allerdings die absolute Mehrheit verfehlt. Foto: Esteban Felix/AP/dpa
Der Kandidat der rechten Koalition «Vamos Chile», Sebastian Pinera, jubelt am Sonntag in Santiago de Chile. Er hat die Präsidentenwahl in Chile nach ersten Hochrechnungen klar gewonnen, allerdings die absolute Mehrheit verfehlt. Foto: Esteban Felix/AP/dpa

 

Der konservative Ex-Präsident Sebastián Piñera gewinnt die erste Wahlrunde klar, verfehlt aber die absolute Mehrheit. Er tritt in einer Stichwahl am 17. Dezember gegen den Kandidaten des Regierungslagers, Alejandro Guillier, an.

 

Santiago de Chile (dpa) – Der konservative Unternehmer Sebastián Piñera hat die Präsidentenwahl in Chile nach ersten Hochrechnungen klar gewonnen, allerdings die absolute Mehrheit weit verfehlt. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen erreichte der 67-Jährige 36,6 Prozent bei der Wahl am Sonntag. Für Alejandro Guillier (64), den Bewerber der Allianz von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, votierten 22,6 Prozent, wie die Wahlbehörde Servel bekanntgab. Zwischen den beiden Kandidaten wird es am 17. Dezember zu einer Stichwahl kommen. Piñera war bereits 2011 bis 2014 Präsident Chiles.

Der Journalist und Kandidat der Koalition «Fuerza de Mayoria» Alejandro Guillier, mit seiner Frau Maria Cristina Farga. Für Guillier, den Bewerber der Allianz von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, votierten 22,7 Prozent. Zwischen ihm und dem Kandidaten der rechten Koalition «Vamos Chile», Sebastián Piñera, wird es am 17. Dezember zu einer Stichwahl kommen. Foto: Luis Hidalgo/AP/dpa
Der Journalist und Kandidat der Koalition «Fuerza de Mayoria» Alejandro Guillier, mit seiner Frau Maria Cristina Farga. Für Guillier, den Bewerber der Allianz von Sozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten, votierten 22,7 Prozent. Zwischen ihm und dem Kandidaten der rechten Koalition «Vamos Chile», Sebastián Piñera, wird es am 17. Dezember zu einer Stichwahl kommen. Foto: Luis Hidalgo/AP/dpa

Die Journalistin Beatriz Sánchez (46), Kandidatin der linken Koalition «Frente Amplio», folgte auf Platz drei überraschend dicht hinter Guillier mit 20,2 Prozent. Sie rief ihre Unterstützer indirekt auf, bei der Stichwahl für Guillier zu stimmen. «Eins ist aber klar, Piñera wäre ein Rückschlag», sagte sie.

Der rechtsextreme Kandidat José Antonio Kast, der die Regierung des Diktators Augusto Pinochet (1973-1990) lobt, erreichte mit 7,9 Prozent den vierten Platz. Kast kam noch am Sonntagabend mit Piñera zusammen und sprach ihm seine Unterstützung für die Stichwahl zu. Piñera stritt kurz danach in einem Gespräch mit dem Sender TV Chile ab, dass er ein Bündnis mit Kast ausgehandelt habe. Er werde weiter das Zentrum der Wählerschaft ansprechen.

Die scheidende Staatschefin Michelle Bachelet (66) rief die Chilenen nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses auf, die Gelegenheit wahrzunehmen, ihren Reformplan zur Beseitigung der Ungleichheit zu fortzusetzen. «Die Aufgabe ist hart und erfordert mehr als eine Amtszeit, diese ist die Gelegenheit», sagte die Staatschefin mit Blick auf die Stichwahl. Die Einheit aller fortschrittlichen Kräfte sei dazu notwendig. Bachelet, die bereits 2007-2011 Präsidentin war, durfte gemäß der Verfassung nicht für eine unmittelbar darauf folgende weitere Amtszeit kandidieren.

Die Christdemokraten, die Teil der Regierungskoalition Bachelets sind, hatten eine eigene Kandidatin für die Präsidentschaftswahl aufgestellt. Parteichefin Carolina Goic erreichte 5,8 Prozent der Stimmen. Goic erklärte nach der Wahl, die Aufgabe sei jetzt, in der Stichwahl gegen Piñera zu konkurrieren. Der unabhängige sozialistische Kandidat Marco Enríquez-Onimani, der 5,7 Prozent der Stimmen erhielt, sprach sich dafür aus, in der Stichwahl für Guillier zu votieren.

Es wurden auch alle 155 Abgeordneten und die Hälfte der 50 Senatoren im Parlament neu gewählt. Nach der vorläufigen Auszählung wird kein politisches Lager eine absolute Mehrheit im Parlament erreichen. Die Wahlbeteiligung lag bei 47 Prozent: es gaben nur 6,7 der 14,3 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

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