Auf gute Zusammenarbeit

Die Ministerpräsidentin des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, hat auf ihrer Südamerika-Reise zusammen mit einer 30-köpfigen Delegation von Unternehmern und Wissenschaftlern Chile besucht. In Santiago traf sie sich mit Staatspräsidentin Michelle Bachelet und nahm an den Deutsch-Chilenischen Wirtschaftstagen teil.

Chiles Staatspräsidentin Michelle Bachelet und Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen im Regierungspalast La Moneda
Chiles Staatspräsidentin Michelle Bachelet und Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen im Regierungspalast La Moneda

 

Von Arne Dettmann

«Chile plant große Investitionen in Bergbau, Energie und Infrastruktur. Das macht die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Chile für nordrhein-westfälische Unternehmen so interessant», hatte Hannelore Kraft noch vor ihrer Reise nach Südamerika erklärt. Am Dienstagmorgen dieser Woche eröffnete die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen (NRW) dann im Veranstaltungszentrum Casa Piedra in Santiago die Deutsch-Chilenischen Wirtschaftstage, bei denen NRW dieses Jahr Partnerland ist.
Ein Partner, der zudem nicht unbedeutend ist: Sowohl Chile als auch NRW zählen jeweils mehr als 17 Millionen Einwohner. Doch während der lateinamerikanische Staat mit seinem Kupferexport auf 263 Milliarden US-Dollar Bruttoinlandsprodukt (BIP) kommt, schafft es das wirtschaftsstärkste Bundesland Deutschlands auf 625 Milliarden Euro. Und es ist sicher kein Zufall, dass das ehemals montanindustriell geprägte «Land von Kohle und Stahl» gerade in den Bereichen moderner Bergbau und Energieerzeugungstechnik und Infrastruktur die chilenische Wirtschaft unterstützen und Geschäftsbeziehungen vertiefen will.
«Unser Ziel ist ein Wachstum des Bergbausektors mit Mehrwert und im Einklang mit der Umwelt und Gesellschaft», erklärte die chilenische Bergbauministerin Aurora Williams. Und die technologische Entwicklung im deutschen Bergbau könnte hierbei Schützenhilfe geben. Erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie Umweltschutz und nachhaltige Wasserversorgung waren denn auch weitere Themen auf den Wirtschaftstagen, an denen außerdem NRWs Wirtschafts- und Energieminister Garrelt Duin sowie sein chilenischer Amtskollege Luis Felipe Céspedes teilnahmen.
Das von der Deutsch-Chilenischen Industrie- und Handelskammer (Camchal) organisierte Treffen erstreckte sich über den gesamten Tag und war gespickt mit Fachvorträgen und Expertendiskussionen. «Innovation und Industrie 4.0» lautete das Motto der mittlerweile sechsten Ausgabe des Forums.
Doch nicht nur die Ökonomie stand im Fokus des Besuches. Am Montag empfing Staatspräsidentin Michelle Bachelet ihren deutschen Gast im Regierungspalast La Moneda, um dort auch über die Reformvorhaben im Bereich Bildung und Ausbildung zu sprechen. Bachelet war im Oktober 2014 zu Besuch in Nordrhein-Westfalen gewesen und hatte bei dieser Gelegenheit die deutschen Firmen dazu ermuntert, mehr in Chile zu investieren.
Hannelore Kraft traf sich darüber hinaus zu Gesprächen mit dem chilenischen Umweltminister Máximo Pacheco und dem Minister für Transport und Telekommunikation, Andrés Gómez, sowie der Senatorin Isabel Allende. Außerdem nahm die Ministerpräsidentin an dem Richtfest für eine neue Produktion der Dorstener Drahtwerke teil. Der Industrieverband Antofagasta (AIA) unterzeichnete zudem mit der EnergieAgentur.NRW ein Kooperationsabkommen. Am Mittwochmorgen reiste die Delegation um Ministerpräsidentin Kraft weiter nach Kolumbien.

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