Spenden für ein Kinderlächeln

Einmal im Jahr rund 120 ehrenamtliche Helfer in den östlichen Gebieten von Santiago Geld für die Arbeit der Stiftung Gantz. Der Cóndor war bei einer Spendenaktion dabei.

«Eine kleine Spende für die Fundación Gantz?» Mit diesen Worten und einem sympathischen Lächeln spricht Elena Vergara die vorbeigehenden Passanten direkt an. Es ist keine leichte Arbeit, die sie an diesem Vormittag hat, aber sie macht es gerne. «Ich freue mich die Projekte der Stiftung Gantz auf diesem Weg zu unterstützen. Es ist wichtig, dass wir auf das Thema der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten aufmerksam machen», erzählt die Vorsitzende der ehrenamtlichen Helfer.

Die gemeinnützige Organisation ermöglicht seit 1973 die wichtige Operation von Säuglingen, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf die Welt kommen. Diese Fehlbildung wurde umgangssprachlich Hasenscharte genannt. Betroffene empfinden diese Bezeichnung als diskriminierend, weshalb auch die Fundación Gantz den medizinischen Begriff verwendet.

«Ist ganz schön schwer», stellt Elena Vergara fest, als sie das Säckchen mit den gesammelten Spenden hochhebt. «Es sind viele 100-Peso-Münzen drin, aber auch Scheine von Leuten, die unsere Organisation schon kennen.» Die Spenden werden im Club Manquehue zusammengetragen und dort von einem Geldtransporter abgeholt. «Unsere Arbeit ist sehr wichtig, wir helfen vielen Kindern und außerdem macht es mir Spaß.»

Für die Operation der Babys benötigt es ein ganzes Team aus Ärzten: Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten, Kiefer- und plastische Chirurgen; außerdem Psychologen zur Betreuung der Eltern und Kinder.

Ein weiterer Teil des Konzeptes der Stiftung ist die Forschung auf dem Gebiet der teilweise erblichen Fehlbildung. Mit einer Häufigkeit von eins zu 500 zählt die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zu den am meisten angeborenen Fehlbildungen des Menschen. Darüber hinaus erhöhen äußere Faktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft das Risiko. Im Krankenhaus der Fundación Gantz wird die optisch auffällige Fehlbildung der Kinder operativ fast vollständig entfernt. Später erinnert nur noch eine winzige Narbe an die Hasenscharte, die aber gar nicht auffällt, wenn die Kinder lachen.

Motiviert geht Elena Vergara auf einen jungen Mann zu. Er wirft eine Münze in das Spenden-Säckchen und sie klebt ihm einen kleinen Sticker mit dem Logo der Fundación an die Jacke. «Wenn einer stehen bleibt und etwas spendet, kommen gleich mehrere und geben auch etwas. So ist das», erzählt Vergara. Auf die Frage, ob es sie traurig mache, wenn Leute wortlos an ihr vorbeigehen, antwortet sie: «Nein, ich nehme das nicht persönlich. Ich weiß, dass viele nichts spenden können. Bei anderen sehe ich, dass sie viel Geld haben, da wundere ich mich manchmal schon.»

 

Von Helena Haack

 

Informationen zur Stiftung unter www.gantz.cl

Print Friendly

Leave a Comment

Su dirección de correo no se hará público. Los campos requeridos están marcados *

*