Papst Franziskus besucht Chile

Katholisches Kirchenoberhaupt aus Rom wird am 15. Januar erwartet

Papst Franzikus ist nach Johannes Paul II. das zweite Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, das chilenischen Boden betritt.
Papst Franzikus ist nach Johannes Paul II. das zweite Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, das chilenischen Boden betritt.

 

In Santiago sind Zusammenkünfte mit der Staatspräsidentin Michelle Bachelet, sowie mit dem Diplomatischen Corps vorgesehen. Im Parque O’Higgins wird Franziskus Messe halten, danach ein Frauengefängnis besuchen, sich mit Geistlichen treffen und die Weihestätte des Paters Alberto Hurtado besichtigen.

In Temuco hält der Papst am 17. eine Messe auf dem Flughafen Maquehue ab. Anschließend wird er sich mit Araukanern zu einem gemeinsamen Mittagessen treffen. Am gleichen Nachmittag erfolgt die Rückreise nach Santiago, nach der Franziskus auf der Weihestätte in Maipú eine Zusammenkunft mit Jugendlichen haben wird. Am Abend wird er der Pontificia Universidad Católica de Chile einen Besuch abstatten.
Für den 19. ist seine Reise nach Iquique vorgesehen. In der nördlichen Stadt wird Franziskus auf dem Campus Lobito eine Messe zelebrieren. Anschließend steht ein gemeinsames Mittagessen in der Casa de Retiro del Santuario de Nuestra Señora de Lourdes mit dem päpstlichen Gefolge auf dem Programm. Danach begibt der Gast sich auf den Flughafen, um gegen 17 Uhr in Richtung Lima abzufliegen.

800.000 Argentinier zu Papst-Besuch in Chile

Zum sechsten Mal reist Papst Franziskus nach Lateinamerika, zum sechsten Mal nicht in sein Heimatland nach Argentinien. Daher wird sich eine «Blechlawine» über die Anden nach Chile in Bewegung setzen.

 

Buenos Aires (dpa) – Die argentinischen Grenzbehörden rechnen mit bis zu 800.000 Gläubigen, die zum Besuch von Papst Franziskus Mitte Januar über die Anden in das Nachbarland Chile pilgern werden. Das teilte die Provinzregierung von Mendoza mit. Es würden zur Bewältigung des Ansturms von Autos und Bussen entlang der Strecke sieben Gesundheitsposten errichtet, 300 Polizisten seien im Einsatz.

Auch auf seiner sechsten Lateinamerikareise besucht der Papst nicht sein Heimatland Argentinien. Vom 15. bis 18. Januar ist er im benachbarten Chile und feiert mehrere Messen, danach bis zum 21. Januar in Peru. Es wird erwartet, dass ein Thema auch die schwierige Lage der indigenen Minderheiten sein wird. In Chile kämpfen die Mapuche für eine Landrückgabe, in Peru fühlen sich Ureinwohner im Amazonasgebiet durch die dramatische Zunahme illegaler Goldminen und damit verbundene Verseuchung von Flüssen in der Existenz bedroht.

Vor 60 Jahren war der heute 81 Jahre alte Jorge Bergoglio dem Jesuitenorden beigetreten und hatte zeitweise auch in Chile studiert (siehe Seite 16 in dieser Ausgabe). Als Papst war der frühere Erzbischof von Buenos Aires seit 2013 in Lateinamerika bisher in Brasilien, Ecuador, Bolivien, Paraguay, Kuba, Mexiko und Kolumbien – nun folgen in Kürze Peru und Chile.

Dass Franziskus einen Bogen um seine Heimat macht, dafür gibt es mehrere Mutmaßungen in Argentinien. Zum einen wolle er nicht zum Spielball der argentinischen Innenpolitik werden und von Präsident Mauricio Macri oder seiner linken Widersacherin, Ex-Präsidentin und Vorgängerin Cristina Kirchner, vereinnahmt werden. Diese war ihm als Präsidentin im Jahr 2015 sogar bis nach Kuba hinterhergereist. Zudem soll Franziskus Macri nicht verziehen haben, dass dieser als damaliger Bürgermeister von Buenos Aires keine Berufung gegen ein Urteil eingelegt hatte, mit dem die Homo-Ehe in Buenos Aires genehmigt wurde – das Erzbistum kritisierte das öffentlich. Zudem soll er einen unzureichenden Einsatz Macris für Arme kritisieren.

 

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