Einmal Schicht im Schacht machen

Mit einer Ausstellungsfläche von 12.000 Quadratmetern und jährlich rund 400.000 Besuchern ist das Deutsche Bergbau-Museum (DBM) in Bochum das bedeutendste Bergbau-Museum der Welt. Es vermittelt umfassende Informationen über alle Bodenschätze von der Zeit der Industrialisierung bis heute – und lädt ein zu einer Fahrt in die Unterwelt.

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Originalmaschinen und Modelle, die die Besucher teilweise selbst in Gang setzen und ausprobieren können, erschließen die Welt des Bergbaus. Doch das ist längst nicht alles: Das Highlight ist ein Anschauungs-Bergwerk unterhalb des Museums, um die Welt unter Tage kennen zu lernen.
Es befindet sich in einer Tiefe von nur 25 Metern, der Rundgang ist etwa 2,8 Kilometer lang. Die technische Entwicklung des Bergbaus wird hier anhand originaler, lauffähiger Maschinen gezeigt. Hier bekommen Besucher realistische Eindrücke eines Steinkohlen- und Eisenerzbergwerks und von den Bedingungen unter Tage. Hier können Gäste die imposanten Maschinen und den mühsamen Arbeitsalltag unter Tage hautnah erleben und sich eine Zeitlang wie echte Bergleute fühlen.
Aber auch aus der Luft und am Boden erlebt man im Bergbau-Museum in Bochum die Geschichte des Bergbaus im Ruhrgebiet. Von dem Förderturm aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Neben der Dauerausstellung beherbergt das Bergbau-Museum von Zeit zu Zeit auch Sonderausstellungen – zum Beispiel 2011 und 2012, als das Museum gemeinsam mit Codelco (Corporación Nacional del Cobre de Chile) die Leistungen des chilenischen Bergbaus unter dem Titel «Schätze der Anden – Chiles Kupfer für die Welt» präsentierte.

Arne Dettmann

Deutsches Bergbau-Museum Bochum,
Am Bergbaumuseum 28,
44791 Bochum,
Tel.: 0049 – (0234) 58770,
E-Mail: info@bergbaumuseum.de,
www.bergbaumuseum.de
Bergbautechnik

Ein großer Bereich der Dauerausstellung befasst sich mit den vielfältigen Techniken, die im Bergbau Anwendung finden, um die begehrten Bodenschätze zu gewinnen, zu fördern und nutzbar zu machen. Der Schwerpunkt der Themen liegt im Bereich des Bergbaus unter Tage, aber auch im Tagebau, Bohrlochbergbau sowie im Meeresbergbau. Tiefe Lagerstätten müssen vor dem Abbau zunächst erschlossen, das heißt zugänglich gemacht werden, im Flachland in der Regel durch Schächte. Die Grubenräume unter Tage sind auszubauen und ausreichend zu bewettern. Wasser muss abgepumpt, das Mineral gewonnen und gefördert werden. Da nicht bei vollkommener Dunkelheit gearbeitet werden kann, benötigt der Bergmann Grubengeleucht. Ergänzend zur Bergbautechnik im eigentlichen Sinne sind eigene Ausstellungseinheiten der Aufbereitung und Rohstoffveredelung gewidmet, sei es durch Brikettieren oder Verkoken.

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Geowissenschaften und Rohstoffe
Diese Ausstellungseinheit widmet sich der Entstehungsgeschichte und dem Aufbau unterschiedlicher Lagerstättentypen. Der Besucher erfährt hier zum Beispiel, warum die Plattentektonik ein wichtiger Motor in der Entstehung von Lagerstätten ist oder wie die Welt im Zeitalter des Karbons aussah, in der Steinkohle entstand.4135_p8-9_3
Viele Originalobjekte aus den Bereichen Geologie, Mineralogie und Paläontologie laden zu einer Reise durch die Erdgeschichte ein und vermitteln ein ganz neues Gefühl für Zeit und Raum.

Kunst und Kultur
Im Laufe seiner Jahrtausende zählenden Geschichte unterlag der Bergbau als Teil des Montanwesens einem Wechselspiel unterschiedlicher Kräfte und Faktoren wie Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Umgekehrt hatte der Bergbau auf die Technik- und Sozialgeschichte.
Die besondere Arbeit des Bergmanns, der sich als einzige menschliche Berufsgruppe unter der Erde ohne das naturgegebene Licht der Sonne bewegt und den weithin unbestimmbaren Kräften der Geosphäre aufgesetzt ist, hat im Laufe der Jahrhunderte besondere Kultur- und Kunstformen entwickelt, die heute als aussagekräftige Dokumente und Quellen zu verstehen und zu bewerten sind. Deshalb sammelt das DBM Belegexemplare für Beispiele der vom Montanwesen beeinflussten Kunst und Kultur.

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