Douglas Tompkins ist tot

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Santiago de Chile (dpa) – Abenteuersport war seine Leidenschaft, jetzt starb der North-Face-Gründer Douglas Tompkins nach einem Kajakunfall in Chile. Der Modeunternehmer und Umweltschützer wurde am 10. März 1943 in Millbrook im US-Bundesstaat New York als Sohn eines Kunsthändlers und einer Innenarchitektin geboren. Mit 17 Jahren brach er die Schule ab – Outdoor-Aktivitäten wie Bergsteigen, Ski- und Kajakfahren bestimmten sein Leben. 1961 reiste er zum ersten Mal nach Chile.
Wenig später gründete er mit geliehenem Geld eine Firma und entwickelte die Outdoormarke The North Face, die er nach einigen Jahren wieder verkaufte. Sein neues Modeunternehmen Esprit wuchs aus kleinen Anfängen bis 1988 zu einer Weltfirma mit mehr als einer Milliarde US-Dollar (heute mehr als 900 Millionen Euro) Umsatz.
Nach erneutem Firmenverkauf machte sich Tompkins einen Namen als Umweltaktivist. Ende der 1980er Jahre gründete er die Ökostiftung «Foundation For Deep Ecology» (San Francisco) und zog nach Chile. Dort und im benachbarten Argentinien kaufte er große Landstriche, um sie vor der Zerstörung zu bewahren. Das Gebiet mit insgesamt mehr als 800 000 Hektar entspricht etwa der halben Fläche Thüringens.
2004 rief er in Chile die Stiftung «Fundación Pumalín» ins Leben, in die er den Großteil seines Landeigentums als Pumalín-Naturpark einbrachte. Mittendrin lebten Tompkins und seine zweite Frau Kristine auf einer Farm. Wirtschaftlich soll sich der Park mit seinen rund 200 Beschäftigten selbst tragen – mit ökologisch verträglichem Tourismus und dem Verkauf eigener Produkte.
Das Engagement der Tompkins‘ wurde mehrfach ausgezeichnet. Erst im vergangenen Juni erhielten sie den Kieler Weltwirtschaftspreis. Douglas Tompkins wurde 72 Jahre alt.
Mitarbeiter der Modemarke Esprit haben bestürzt auf den Unfalltod ihres Unternehmensgründers Douglas Tompkins reagiert. «Ein großartiger Mensch und Visionär hat uns verlassen», sagte Firmenchef Jose Manuel Martínez am Sitz der internationalen Esprit-Zentrale im nordrhein-westfälischen Ratingen. «Wir werden seinen inspirierenden Tatendrang nie vergessen», heißt es in der Stellungnahme vom Mittwoch.

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