14-mal helfen zwischen Arica und Chiloé

Die SOS-Kinderdörfer wurden 1949 auf eine Initiative von Hermann Gmeiner hin gegründet. Ziel des Vereins ist es, verlassenen und verwaisten Kindern ein Zuhause zu bieten, das für sie nicht nur Nahrung und ein Dach über dem Kopf bereit hält, sondern ihnen auch Chancen für ihren späteren Lebensweg eröffnet. SOS-Kinderdörfer existieren inzwischen in mehr als 130 Ländern weltweit, auch in Chile.

In Süd- und Mittelamerika ist der Verein SOS-Kinderdorf e.V. an Projekten in zwölf Ländern beteiligt und leistet seinen Beitrag zur Entwicklungshilfe in Lateinamerika. Zu diesen Ländern zählen Argentinien, Uruguay, Venezuela, Peru, Bolivien und Chile.

Die Arbeit auf dem südamerikanischen Kontinent begann 1963 mit einem ersten SOS-Kinderdorf in Argentinien. Bis heute sind in Lateinamerika 122 SOS-Kinderdörfer entstanden. Hinzu kommen mehr als 300 Zusatzeinrichtungen, die vom SOS-Kinderdorf e.V. betrieben werden. Hierzu zählen etwa Jugendwohngemeinschaften und Kindergärten, aber auch Schulen und Ausbildungsstätten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Sozialzentren sowie Vertretungen, die sich um die medizinischen Belange der in den SOS-Kinderdörfern untergebrachten Kinder kümmern.

Da viele Menschen durch Naturkatastrophen obdachlos werden und ihre gesamte Habe dabei verlierenverloren haben, kümmern sich die Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf darum, dass für provisorische Unterkünfte und genügend Kleidung gesorgt ist.

Da aber durch Krieg, Vertreibung und Armut nicht nur Kinder verwaisen und in Not geraten, setzt SOS-Kinderdorf e.V. in Südamerika in immer größerem Maße auf Familienstärkungsprogramme. Dabei geht es gezielt darum, das Auseinanderfallen von Familien zu verhindern. Alleinerziehenden Müttern werden beispielsweise handwerkliche Kurse und andere Formen beruflicher Fortbildung angeboten. Weiterhin hilft SOS-Kinderdorf e.V. bei der Gründung und Organisation von Netzwerken zur gegenseitigen Betreuung von Kindern. Ziel ist es, Müttern die Möglichkeit zu eröffnen, beruflich Fuß zu fassen und auf diese Weise eine sichere Grundlage für den Lebensunterhalt der jeweiligen Familien zu schaffen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit in Südamerika liegt in Chile. Dort wurde das erste SOS-Kinderdorf im Jahre 1965 in Concepción gegründet.

Heute gibt es zwischen Arica und Chiloé 14 SOS-Kinderdörfer sowie neun Jugendeinrichtungen und zwölf Sozialzentren des Vereins. In den Kinderdörfern sind 200 Sozialmütter und -tanten beschäftigt, die für eine familiennahe Betreuung sorgen.

Nach wie vor finanziert sich die Arbeit des Vereins zu einem grossen Teil über Spenden aus Deutschland und Österreich. Doch aufgrund der wirtschaftlichen Krise in Europa wird die Finanzierung aus Chile immer wichtiger. Der chilenische Staat deckt im Moment etwa 30 Prozent der Kosten ab. So zahlt SENAME monatlich 140.000 Pesos pro Kind. Der Verein gibt jedoch durchschnittlich 300.000 Pesos pro Kind aus.

Lokales Fundraising spielt daher eine immer größere Rolle. Im Rahmen der Sozialen Verantwortung von Unternehmen nimmt die Zahl der Firmen zu, die sich über Spenden oder Projekte an der Arbeit der SOS-Kinderdörfer beteiligen. So gibt es Unternehmen, deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen freiwillige Arbeitseinsätze leisten und zum Beispiel ein Gebäude streichen. Aber auch für Privatpersonen gibt es Möglichkeiten der freiwilligen Mitarbeit. Alle Alternativen zur Unterstützung der Arbeit sind auf den Internetseiten www.aldeasinfantilessos.cl zu finden.

 

Petra Wilken

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