Welt-Tenor Kaufmann kommt nach Santiago de Chile

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Jonas Kaufmann wird in Santiago deutsche, italienische und französische Arien vortragen.

Von Walter Krumbach

Nun steht es fest: Am 18. August wird der Tenor Jonas Kaufmann in Santiago auftreten. Im Rahmen seiner ersten Südamerika-Tournee wird der deutsche Sänger im Movistar Arena ein Rezital mit Arien aus italienischen, deutschen und französischen Opern geben.

Jonas Kaufmann – geboren 1969 in München 1969 – hat in den vergangenen Jahren eine einzigartige Karriere aufgebaut. Zu Beginn sang er vorwiegend lyrische Partien, um nach und nach zum jugendlich-heldischen Fach zu wechseln. Seine einnehmende, dunkel timbrierte Stimme, schlagkräftig und ungemein ausdrucksstark, scheint für jede Rolle wie geschaffen zu sein.

So kommt es, dass Kaufmann Partien im Repertoire führt, die von den Anforderungen nicht verschiedenartiger sein können. Er singt vom Belmonte («Entführung aus dem Serail») bis zum José («Carmen»), vom Ferrando («Così fan tutte») bis zum Cavaradossi («Tosca»), oder vom Almaviva («Barbiere di Siviglia») bis zur Titelrolle des «Faust». Außerdem hat er sich allmählich mit schweren Rollen des Wagner-Repertoires wie Lohengrin, Parsifal und Walther («Meistersinger») auseinandergesetzt und dabei sowohl bei Publikum als auch Kritik größte Zustimmung gehabt.

Damit nicht genug, wird er in absehbarer Zeit, wie vor einigen Monaten bekanntgegeben wurde, die wohl schwerste Tenorrolle, die je komponiert worden ist, übernehmen, nämlich Verdis Otello. Sein Repertoire überbrückt zudem eine Zeitspanne von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert, von Claudio Monteverdi bis Richard Strauss.

Jonas Kaufmann wirkt in jeder dieser Partien nicht nur stimmlich überzeugend, was eine beispiellose Leistung darstellt, sondern ist ihnen auch darstellerisch durchaus gewachsen. Er ist ein glaubwürdiger Schauspieler und sein gutes Aussehen tut den Rest. Zusätzlich ist er als Liedsänger tätig: Die Zyklen «Die schöne Müllerin» und «Winterreise» von Franz Schubert hat er mit großem Erfolg auf CD eingespielt.

Opernkritiker und Stimmenkenner haben wiederholt Kaufmanns Laufbahn als phänomenal und einzigartig eingeschätzt. Ein Sänger, der nie eine Rolle verfehlt, sondern, im Gegenteil, aus jeder Partie Unerhörtes zu schöpfen vermag, stellt in der Opernwelt einen höchst seltenen Fall dar. So darf es nicht verwundern, dass der Münchener Sänger bereits jetzt, wo er Mitte vierzig ist, als der Größte seiner Zunft gepriesen worden ist.

Außer seinem Auftritt in Santiago wird Kaufmann im August an zwei Abenden in Buenos Aires zu hören sein. Ferner wird er in Sao Paulo und in Lima Konzerte geben.  

 

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