Online und E-Books auf dem Vormarsch

Am 23. April ist es wieder so weit: Deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken, Schulen und Lesebegeisterte den Unesco-Welttag des Buches. Allzu viel Freude dürfte allerdings nicht aufkommen: Bücher werden immer häufiger online bestellt oder gleich im digitalen Format gelesen. Klassische Buchhändler kämpfen ums Überleben.

 

Berlin/New York (dpa) – Werden bald keine Buchläden mehr existieren? Immer mehr Händler geben auf. Zuerst lieferte der weltgrößte Onlinehändler Amazon kostenfrei nach Haus, jetzt machen die elektronischen Bücher den Gang zum Buchhändler um die Ecke überflüssig. Wohin die Reise geht, zeigt sich schon schmerzhaft in den USA. Dort zog jüngst US-Branchenprimus Barnes & Noble die Reißleine: Firmenchef Mitchell Klipper kündigte an, dass er wohl jede dritte seiner zuletzt noch 700 Filialen binnen zehn Jahren schließen muss.

In Deutschland haben es vor allem Branchenschwergewichte wie Thalia und Weltbild/Hugendubel schwer. Als zu unrentabel erweisen sich die riesigen Buchtempel, für die in attraktiven Innenstadtlagen hohe Mieten gezahlt werden müssen. Kunden machen um die Glaspaläste immer mehr einen Bogen. Die angeschlagene Douglas-Tochter Thalia setzt daher ihren Schrumpfkurs weiter fort. Allein in diesem Jahr werden noch mal vier Filialen in Trier, Köthen, Bonn und Bremen schließen. Bereits zum Jahresbeginn wurden Läden in Wuppertal, Dortmund, Bischofswerda und Berlin aufgegeben.

Auch Hugendubel schloss im vergangenen Jahr drei Filialen, so in Berlin und München. Eine weitere Berliner Buchhandlung soll Anfang 2014 dichtmachen. Gleichzeitig werden Läden verkleinert, modernisiert, aber auch neu eröffnet.

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels fürchtet, dass sich die Konzentration in der Branche fortsetzen wird. Von den derzeit knapp 7.000 Buchhandlungen werden weitere verschwinden. Im vergangenen Jahr seien die Umsätze im stationären Geschäft um 3,7 Prozent zurückgegangen. Weltweit betrachtet sei Deutschland aber noch ein recht stabiler Markt.

In den USA ist die Situation schon allein wegen der fehlenden Buchpreisbindung eine andere. Der Wandel vollzieht sich dort viel drastischer. Mit Borders hatte bereits 2011 die zweitgrößte US-Buchhandelskette pleite gemacht: 400 Läden verschwanden auf einen Schlag, 10.700 Menschen wurden arbeitslos. Getrieben wird die Entwicklung von der zunehmenden Verbreitung von Tablet-Computern, auf denen sich elektronische Bücher leicht lesen lassen. «Wir sehen nun den Wandel, den wir erwartet haben», erklärt Amazon-Chef Jeff Bezos. «E-Books sind eine Multimilliarden-Dollar-Kategorie für uns und sie wächst schnell; etwa 70 Prozent im vergangenen Jahr.»

 

Gemeinsame Verlosung vom Goethe-Institut und Cóndor: Bücher zu gewinnen!

Auch die Bibliothek des Goethe-Instituts feiert am Dienstag, den 23. April, den «Welttag des Buches» und lädt ganz herzlich dazu seine Kunden, Leser und Sprachschüler ein. Von 9 bis 16 Uhr wird im Foyer (Avenida Holanda 100, Providencia) der örtliche Buchhandel seine Bücher verkaufen, man wird sich an diesem Tag ermäßigt in die Bibliothek für ein Jahr einschreiben können und es wird kleine Überraschungsgeschenke geben. Ferner soll gemeinsam mit der «BremerLeseLust» via dem Kommunikationsprogramm Skype Geschichten aus Büchern vorgelesen werden.

Außerdem verlost das Goethe-Institut gemeinsam mit dem Cóndor zehn Bücher. Dabei sind Geschichten und Bildbände für Kinder sowie Literatur für Erwachsene, zum Beispiel von Günter Grass. Einfach eine E-Mail schreiben an arne.dettmann@condor.cl oder beim Cóndor anrufen unter Telefon 02 – 24 29 07 06. Viel Glück!

 

Lesen Sie auf der nächsten Seite über den Besuch von Autorin Christiane Gohl alias Sarah Lark in Chile und die Lieblingsbücher der Cóndor-Redaktion.

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