Mario Toral

Der Künstler ist Autor des enorm großen Murals in der Metro-Haltestelle Universidad de Chile, hat gegen 40 Sammlungen von chilenischen und lateinamerikanischen Dichtern illustriert (darunter Neruda, Zurita, Hahn) und ist als Maler wohlbekannt.

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In seiner jetzigen Ausstellung «Rapa Nui, arcoiris en piedra» zeigt er Pastell-Malereien der Osterinsel. Es sind Vögel, Fische, der «Vogel-Mensch», wie wir sie von der Felsmalerei der Insel kennen. Natürlich sind auch Moais dabei, die er in sanften Schwingungen aber mit eher trockenen Umrissen ganz im freundlichen und themabezogenen Stil interpretiert. Hingegen lässt er Landschaftsbilder ganz beiseite.

Dank der Pastell-Technik geben sich die Farben fast immer gedämpft und harmonisch, die Bilder sind meistens in viele kleine inselbezogenen Formen aufgeteilt, die er in guten Kompositionen mit barocken Elementen klar zusammenhält.

In zwei «Máscaras imaginarias» hebt er dramatisch und eindrucksvoll das Weiß der Augen hervor. Eines seiner anziehendsten Werke ist «Mujer Rapa Nui», ein heller, schmiegsamer, fast romantischer Frauenakt von der Seite gesehen, umringt von zwei großen Formen, die an Schmetterlingsflügel erinnern mögen. Dieses Bild stützt sich auf eine Zeichnung des französischen Schriftsteller und Reisenden Pierre Loti, der im Jahre 1872 die Insel besuchte.

In der Vorhalle sind gezeichnete Skizzen von Torals Reise zu sehen. Es mag keine Top-Ausstellung Torals sein, vielen dürften eine Reihe seiner Ölmalereien besser gefallen. Aber sie ist zweifelsohne anziehend und seines Rufes wert. Parallel zur Ausstellung wurde ein auf sie bezogenes voluminöses Buch mit vielen Abbildungen herausgegeben und kann erworben werden.

 

Von Pedro Labowitz

 

Die Ausstellung läuft noch bis Ende des Jahres im Sala de Arte del Centro Cívico de Las Condes, Av. Apoquindo 3.400.

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