Luftwaffenblasorchester spielt vor ausverkauftem Haus

Flötist Hernán Jara und Dirigent Fabrizzio de Negri: Geschmack, Sensibilität und sentimento. Foto: Walter Krumbach
Flötist Hernán Jara und Dirigent Fabrizzio de Negri: Geschmack, Sensibilität und sentimento. Foto: Walter Krumbach

 

Von Walter Krumbach

Drei Konzerte der diesjährigen Frutillarer Musikwochen waren bereits ausverkauft, als am 27. Januar das Teatro del Lago seine Pforten zum Einweihungskonzert öffnete. Zum ersten Mal war krankheitshalber die langjährige Vorsitzende der Musikwochen Flora Inostroza nicht anwesend. Ramón Espinoza, Bürgermeister von Frutillar und ebenfalls Vorstandsmitglied, verlas ihre Begrüßungsansprache. Die Präsidentin zitierte darin das Beethoven-Wort «Von Herzen, möge es zu Herzen gehen» und dankte Privatunternehmen, öffentlichen Einrichtungen sowie ihren Mitarbeitern, von den leitenden Angestellten bis zu den Platzanweisern, für ihren langjährigen, meist uneigennützigen Einsatz.
Das Blasorchester der Luftwaffe unter der Leitung von Fabrizzio de Negri spielte anschließend Werke von Ludwig van Beethoven, Cecile Chaminade, Franz Doppler und Nikolai Rimsky-Korsakov. Im Flötenconcertino in D-Dur von Chaminade beeindruckte der Solist Hernán Jara gleich zu Anfang mit Geschmack und Sensibilität. Die lieblichen Melodiefolgen brachte er wie Edelsteine zum Funkeln. De Negri nahm seinen riesigen Klangkörper zurück, sodass der Solist sein Instrument voll aussingen lassen konnte. Dopplers Fantasie Pastorale Hongroise beginnt mit einem melancholischen Dialog zwischen dem Solistan und der Begleitung. Jara legte sentimento an den Tag und das Blasorchester folgte ihm auf gleicher Wellenlänge. Beim Finale konnte er glanzvoll auftrumpfen.
Bearbeitungen sinfonischer Werke für Bläser pflegen problematisch zu sein. Nicht so in diesem Fall. Mark Hindsleys Fassung der «Scheherazade» von Nikolai Rimsky Korsakov ist um Genauigkeit und Akkuratesse bemüht und klingt durchaus überzeugend, so auch der von der Flöte übernommene Solopart für Geige. Die FACH-Musiker vermittelten den Zauber aus tausendundeiner Nacht und versetzten ihre Hörer in den fernen Orient. Rimsky-Korsakov war bekanntlich ein Meister im Orchestrieren. Seine kraftvolle Farbpalette ertönte ungemein ausdrucksvoll.
Als Zugaben kamen, schmissig wie immer, Johann Strauss‘ Radetzkymarsch und die Hymne der Luftwaffe. Das zum Bersten volle Haus jubelte.

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