Künstlerische Berg- und Talfahrt der Emotionen

Erhabenheit, Schmerz, Mitleid, Unschuld oder Glückseligkeit: Das alles wirkt auf den Betrachter ein, sobald er einen Blick in die gemalten Kindergesichter von Beatriz Vicuña Cerda wirft. Vom 3. bis zum 21. Juni hatten Interessierte die Möglichkeit, die Ausstellung der chilenischen Künstlerin im Deutsch-Chilenischen Bund (DCB) zu besichtigen.

Insgesamt 40 Werke gab die studierte Kunstwissenschaftlerin und Architektin zur Ausstellung frei. Neben Zeichnungen und Gemälden waren ebenfalls Skulpturen in Form von Kinderköpfen Gegenstand der Exposition. Thematischer Hintergrund der Werke ist die Vermittlung von Emotionen, die die Künstlerin in Form von Kindergesichtern darstellt. Diese sind entweder Ergebnis einer bestimmten Aktion oder stellen Momentaufnahmen dar, deren Hintergrund Cerda dem Betrachter offen lässt.

So strahlt zum Beispiel in einem ihrer Werke das Gesicht eines ecuadorianischen Mädchens Zufriedenheit, Stolz und Fröhlichkeit aus, weil sie ihre kleine Schwester beim Betteln auf der Straße versucht zu beschützen. Ein anderes Gemälde verweist hingegen auf einen Jungen, in dessen Augen sich Traurigkeit und der sehnliche Wunsch nach Liebe und Zärtlichkeit widerspiegeln. Über den Hintergrund dieses Gesichtsausdrucks klärte die Künstlerin den Betrachter jedoch nicht auf.

Ihre Werke präsentierte Vicuña Cerda dem Betrachter in Form von «einfachen Linien» wie Bleistiftzeichnungen oder durch «spontane Farbflecken auf einem herbstgrünen Hintergrund», wie die Künstlerin erklärt, von denen viele Gemälde mit Ölfarbe angefertigt wurden.

Die Idee für diese Ausstellung kam Vicuña Cerda 1991, als eine Momentaufnahme des Blicks eines nordafrikanischen Tuareg-Nomadenkindes in der Zeitschrift «Geomundo» ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Als sie den Blick dieses Kindes mit denen ihrer Enkelkinder verglich, stellte sie fest, dass jedes Kind, obwohl sie im selben Alter waren und denselben Emotionen unterlagen, etwas Einzigartiges hatte. Ausgehend von dieser Erkenntnis machte sich die Künstlerin auf die Suche nach emotionalen Gesichtsausdrücken von Kindern aus aller Welt.

Beatriz Vicuña Cerda hat Kunst an der Universidad de Chile und Architektur an der Universidad Católica in Santiago de Chile studiert. Zudem nahm sie an mehreren Workshops bekannter Künstler in Chile sowie in Holland teil.

 

Von Sabrina Greifzu

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