Josefina Varela

Eine junge und bisher praktisch unbekannte Malerin stellt im Rathaus von Las Condes aus. Die Schau trägt den Titel «Dialog Varela / González», um auf Stilähnlichkeiten mit Juan Francisco González hinzuweisen. Aber das ist etwas forciert, denn es ist kaum mehr als ein Einfluss in der reichen Farbwahl zu erkennen.

Varela zeigt hauptsächlich großformatige Bilder. Dafür ist die Eingangshalle des Rathauses bestens geeignet. Ihre Darstellungen mögen an sehr frei wiedergegebene Gebüsche erinnern. Knorpelige, lange, gebogene Linien wie Äste kontrastieren mit gegendstandslosen, mutig und ohne zu zögern hingeworfenen Farbflecken, mit hellen und dunklen Flächen, die ultramarin, grün oder rosa sein mögen, durchquert von gelben Streifen. Immer hat man dabei das Gefühl auf Landschaftsszenen unberührter Natur zu blicken, obwohl bei näherem Hinsehen die Bilder sich klar als gegenstandslose Kompositionen geben.

Es ist also ein sehr einfühlungsvolles Werk und hat entsprechend entfernt Beziehung zu verschiedenen Landschaftsbildern von J. F. González.

Es passiert nicht oft, dass man vor einer Erstausstellung steht, die so viel echtes Talent verrät, wie diese von Josefina Varela, der man eine sehr erfolgreiche Zukunft als Malerin voraussagen kann.

 

Von Pedro Labowitz

 

Die Ausstellung ist im Gemeinderathaus Las Condes, Apoquindo 3400, noch bis zum 22. Juni zu sehen.

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