Hernán Miranda

Es ist schon längere Zeit her, dass dieser Künstler, Professor an der Universidad Católica in Santiago und Direktor des Museums Zeitgenössischer Kunst in Valdivia, nicht in der Hauptstadt ausstellte. Jetzt zeigt er eine Anthologie seiner Arbeiten, die die Jahre 1979 bis 2013 umfasst.

So einige wenige Wandschirme mit vegetaler Musterung, wie er sie vor vielen Jahren herstellte; oder durchsichtige Würfel von ebenso transparenten Tafeln untergeteilt, auf denen und durch die man Szenen mit Vögeln und Natur sehen kann. Aber dies sind nur «Erinnerungen».

Sein Hauptwerk ist die Malerei und er füllt die sehr geräumige Sala Matta des Nationalmuseums mit vielen großen Bildern. Sie sind themenbezogen, aber nicht – oder nur in wenigen Fällen – direkt realistisch. Hauptsächlich sind es Bilder, die direkt mit dem letzten Krieg zu tun haben: aneinandergereihte Helikopter, ein Tank, militärische Fahrzeuge – Szenen und Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Unter anderem die in Malerei umgesetzte wohlbekannte Fotografie der Jalta-Konferenz. Aber seine Bilder verfremden ihre Vorlagen mit Aufbrechungen, Flecken, mit großen einfarbigen oder auch themenlosen Flächen.

Und nicht selten rückt er jedes Thema beiseite und wird gegenstandslos, wobei er seine Farbgebung bestens beherrscht und dabei doch immer wieder Natur oder menschliche Figuren oder ein Auge miteinfließen lässt.

Vor allem ist seine Malerei technisch ausgezeichnet, besonders rein und überzeugend. Seine Anti-Kriegs-Einstellung ist immer und für jedermann klar. Er stützt sich oft auf Pressefotografien, aber beeindruckt auch, wenn hinter einem großen Wilhelm Tell im Profil und mit Büchse, in gleicher Stellung aber weniger ausgeführt, sich ein moderner bewaffneter Soldat befindet.

Ein wertvoller Beitrag zu unserem Kunstleben.

 

Von Pedro Labowitz

 

Die Ausstellung läuft im Museo Nacional de Bellas Artes, Parque Forestal, noch bis zum 26. Mai.

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