Grafik-Wettbewerb Marco Bontá 2013

Marco Bontá (1898-1974) war speziell durch seine Lehrtätigkeit ein höchst einflussreicher Künstler: auf der Schule für «Artes Aplicadas» und besonders als Schöpfer und erster Direktor des Museums Zeitgenössischer Kunst. Nach seinem Tode gründete seine Witwe eine Stiftung, die in regelmäßigen Abständen Wettbewerbe in visueller Kunst organisiert.

Dieses Jahr in Graphik. Unter über 300 Einsendungen wurden 127 von der Jury angenommen, die alle Säle des zweiten Stockes des Museum Zeitgenössischer Kunst füllen – von vielen Künstlern mehr als ein Werk. Die große Zahl der Einsendungen ist verständlich, da heute in allen Kunsthochschulen schon im ersten Jahr Grafik unterrichtet wird. Trotz der vielen Werke liegt aber hier der qualitative Durchschnitt überraschend hoch.

Praktisch alle Techniken des künstlerischen Druckes sind vertreten – und verschiedene Farbserigraphien zeichnen sich darunter besonders aus. So «Floridos» von Alejandro («Momo») González, wo kleine abstrakte sehr starkfarbige Formen kunterbunt zusammengewürfelt sind, heiter und kräftig.

Der Erste Preis ging an Guillermo Frommer für «Venus in Paradise», eine Xylographie mit einer weiblichen Aktzeichnung auf einer Matratze mitten auf der völlig verdreckten Plaza Constitución, die von zwei identischen Männern fotografiert wird. Aber vielen Besuchern werden sicherlich etwa «Naturaleza de la mancha AM» von Mariana Vicencia, mit dem Dritten Preis ausgezeichnet, vorziehen. Oder «Punctum» vom Andrea Navarro, eine weitere Serigraphie, gegenstandslos in zitternden verschiedenfarbigen Punkten gestaltet.

Auch Nicolás Frommer, Victor Maturana oder Monique Verdu zeichnen sich unter nicht wenigen anderen aus.

Selbstverständlich konnte ein sehr aktuelles politisches Thema nicht fehlen: Claudio Paredes ist mit seiner reinen und völlig realistischen Arbeit nicht der Einzige, der sich gegen «Gewinn» im Erziehungswesen stellt.

Alles in allem: zufriedenstellend. Leider hat die Zahl solcher Wettbewerbe in der letzten Zeit reichlich abgenommen, denn sie sind eine gute Gelegenheit für viele Künstler, sich und ihre Werke zu zeigen

 

Von Pedro Labowitz

 

Die Ausstellung läuft im Museo de Arte Contemporáneo, Parque Forestal, noch bis zum 26. Mai.

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