Die Generation des Jahres 13

Vor 100 Jahren, im Dezember 1913, fand in den Räumen der Zeitung «El Mercurio» in Santiago eine Ausstellung von vier Schülern des damaligen Direktors unserer Kunstakademie, des Spaniers Álvarez de Sotomayor statt, die einen Bruch mit dem bis dahin ganz auf französisches Muster eingestellte chilenische Malerei bedeute.

Zum ersten Mal nahmen lokale Maler auch lokale Szenen zum Thema. Und nicht nur, dass sie Landschaften und urbane Szenen malten, sondern sie gaben sie wieder mit der ganzen Armut und der sozialen Hintansetzung der armen Bevölkerung des Landes. Keine revolutionären Szenen, aber Menschen und Leben der «unteren Klassen».

In den darauffolgenden Jahren, jetzt in den offiziellen Salons, kam eine ganze Reihe weiterer Maler hinzu, die sich dieser Richtung anschlossen. Als Ende der 30er-Jahre der Kunstkritiker Antonio Romera die erste Kunstgeschichte Chiles schrieb, nannte er diese Gruppe «La Generación del 13» in Bezug auf jene erste Ausstellung. Damals allerdings lebte nur noch einer von ihnen: der Musiker und Maler Carlos Isamitt.

Zumeist arbeiteten diese Künstler in gesetzten ruhigen Farben. Nicht zu Unrecht heißt es, dass Álvarez de Sotomayor (nach seiner Rückkehr in seine Heimat Direktor des Museo del Prado) die in der spanischen Malerei so beliebte schwarze Farbe in Chile bei seinen Schülern erst einführte.

Die Pinakothek der Universität von Concepción besitzt die wohl größte Sammlung von Bildern dieser Maler und stellt eine Auswahl in Viña del Mar aus. Alle bekannten Namen sind gut vertreten, so etwa Pedro Luna mit seiner stark Relief betonten Malweise, dank der so heftig und abundant aufgetragenen Pigmente fast immer in dunklen Tönen.

Es mag behauptet werden, dass das bekannteste und sicherlich einer der besten Bilder «El pintor bohemio» von Exequiel Plaza ist, der Oberkörper eines Malers mit Palette in der Hand, der uns sanft und etwas melancholisch ansieht und dessen Vorliebe für Alkohol klar zum Ausdruck kommt.

Auch die übrigen wohlbekannten Mitglieder der «Generation 13» sind zufriedenstellend vertreten. So etwa Arturo Gordon, die Gebrüder Lobos, Abelardo Bustamante und viele mehr. Eine ausgezeichnete Auswahl.

Die Ausstellung wird im Oktober in Santiago, im Centro Cultural Las Condes, zu sehen sein.

 

Von Pedro Labowitz

 

Die Ausstellung läuft derzeit im Sala Viña del Mar, Arlegui 613, Viña del Mar, noch bis zum 22. September.

 

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