Antúnez und Bru

Milan Ivelic, der ehemalige Direktor unseres Nationalmuseums, übernahm jüngst die Führung der «Fundación Cultural» der Bank Itaú, die dieser Tage einen neuen Ausstellungssaal eröffnete. Er gab seine Meinung bekannt, dass eine große Anzahl von Privatgalerien heute «neue Namen» ausstellen und dass dabei wohlbekannte moderne Künstler zu kurz kämen.

Dementsprechend zeigen die beiden Säle der Bank Itaú heute Druckgraphik von Nemesio Antúnez (1918-1994) und Roser Bru (1923), sowohl Lithographien wie Radierungen in schwarz-weiß und in Farben. Antúnez war vor 57 Jahren der Gründer des der Druckgraphik gewidmeten und heute noch bestehenden «Taller 99» und Roser Bru eine seiner ersten – und bekanntesten – Mitarbeiterinnen.

Von beiden sind für sie typische Blätter zu sehen – beide bearbeiteten eine gegebene Thematik in Serien. So die Melone, Betten, Porträts gewisser zeitgenössischer Künstler oder Paare, Schulter an Schulter bei Bru und die massive Wiederholung kleiner bunter Flächen bei Antúnez. Bru zeichnet einige ihrer farblosen Paare mit einer Vielfalt von feinen Grautönen, darunter Porträts von Kahlo oder Kafka.

Nemesio Antúnez ist mit einem seiner «Schwarzen Stadions» vertreten, sowohl wie mit Rhomboid gemusterten Bettdecken oder bunten schwebenden Rhomboiden. Beide Künstler sind erstklassige, gemäßigte, themenbezogene Expressionisten der 60er-Jahre und später. Und beide gehören zu den führenden Namen unserer zeitgenössischen Kunstgeschichte.

 

 

Von Pedro Labowitz

 

 

Die Ausstellung läuft in der Banco Itaú, Suecia 26 und Apoquindo 3457, noch bis zum 25. September.

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