Zarenmord beschäftigt Russland bis heute

250 Jahre Russlanddeutsche

 

Moskau/Berlin (IMH) – Am 22. Juli 1763 – vor 250 Jahren – lud die deutschstämmige russische Zarin Katharina die Große deutsche Bauern ein, menschenleere Regionen Russlands zu besiedeln. Sie kamen in großer Zahl, denn es lockten attraktive Privilegien wie Religionsfreiheit, Selbstverwaltung, Befreiung vom Militärdienst und Steuervorteile.

Olga Martens, Chefredakteurin der Publikation «Moskauer Deutsche Zeitung», referiert auf einer Jubiläumsveranstaltung in Berlin am 22. Juli über Russlanddeutsche und ihre eigene Familiengeschichte.

Die Anwerbung der fleißigen Bauern lohnte sich. Aus den deutschen Siedlungen wurden schon bald Orte mit Vorbildcharakter für ganz Russland. Lange bewahrten die Deutschstämmigen ihre Muttersprache und Kultur.

Von 1924 bis 1941 bekam eine ihrer Hauptsiedlungsregionen an der Wolga sogar den Status einer autonomen Republik innerhalb der Sowjetunion («Wolgadeutsche Republik»). Ab 1941 ließ Stalin die Russlanddeutschen jedoch brutal verfolgen und nach Sibirien, Kasachstan oder andere östliche Teile der Sowjetunion deportieren.

Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und nach Stalins Tod wurden sie weiter unterdrückt. Der Gebrauch der deutschen Sprache war beispielsweise weitgehend verpönt. Deshalb wanderten viele Nachkommen der einst angeworbenen deutschen Bauern wieder ins Land ihrer Vorväter – nach Deutschland – zurück. Bis 1990 gab es kleinere Auswanderungswellen. Ab 1990 begann eine Massenauswanderung von über zwei Millionen Deutschstämmigen.

Heute leben noch rund 400.000 Russlanddeutsche in der Russischen Föderation. Zum Jubiläum «250 Jahre Russlanddeutsche» finden momentan in Deutschland und Russland zahlreiche Veranstaltungen statt, so zum Beispiel derzeit auch die Tagung «Heimat Russland / Heimat Deutschland – Russlanddeutsche als Brückenbauer zwischen Ost und West» in Berlin.

 

Foto: Alina Kulikowa/IMH

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