Viermastbark «Herzogin Sophie Charlotte» und ihr Kapitän Georg Reingardt

Die erste Folge der Geschichtsseite über die Windjammer wurde auch von Jorge Reingardt in Santiago gelesen. Er teilte mir mit, dass sein Großvater Georg Reingardt in den Jahren 1902 bis 1904 als Kadett auf den Schiffen «Herzogin Sophie Charlotte» und «Herzogin Cecilie» fuhr und dabei chilenische Häfen ansteuerte (1902 Pisagua; 1904 Taltal) 1903 war die Reise um Kap Horn nach San Francisco gegangen.

Nach dem Besuch der Marineschule in Bremen (1905) trat er in den Dienst der Deutschen Kriegsmarine und diente als 3. Beziehungsweise 2. Offizier unter anderem auf den Kriegsschiffen «Kaiser Wilhelm II.», «Prinz-Regent Luitpold» und «Friedrich der Große».

Nach erneutem Studium in Bremen erwarb er 1908 das Kapitänspatent. Als 2. Kapitän lief er mit der «Herzogin Sophie Charlotte» 1912 Valparaíso an. Am 7. Juli 1913 wurde er zum Kapitän dieses Schiffes ernannt und ging in der Caleta Buena bei Iquique vor Anker. Dort wurde nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges das Schiff interniert.

Er blieb zunächst an Bord dieses Schiffes und wechselte später (1917) auf die in Taltal liegende «Winterhude». Der Vater von Jorge Reinhardt wurde auf diesem Schiff geboren, denn der Kapitän hatte inzwischen eine Chilenin geheiratet. 1921 führte er die «Winterhude» nach Ostende, wo sie als Reparationsleistung an Frankreich übergeben wurde. Im Jahr 1934 kehrte Kapitän Georg Reingardt mit seiner Familie nach Chile zurück.

 

Von Alois Schmidt

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