Sieg über die Fremdherrschaft

Die Völkerschlacht bei Leipzig – die bis dahin größte Schlacht der Weltgeschichte –  endete am 18. und 19. Oktober 1813 mit dem Sieg der Alliierten Österreich, Russland, Schweden und Preußen über Frankreich.

In einem Siegeszug sondergleichen hatte Napoleon die europäischen Nachbarn überrannt und unterworfen. Er zwang sie dazu, für seinen Russland-Feldzug Hilfstruppen zur Verfügung zu stellen. Preußische Offiziere flohen damals und stellten sich dem russischen Heer zur Verfügung. Zu ihnen gehörte der spätere Generalmajor von Clausewitz, welcher den kommandierenden General von Diebitsch beriet.

Natürlich wollten sie die nach Napoleons Niederlage zurückflutenden preußischen Soldaten nicht angreifen und schlossen in Tauroggen (Kurische Nehrung) am 30. Dezember 1812 mit dem Oberbefehlshaber der Hilfstruppen, dem  Generalleutnant Ludwig Yorck von Wartenburg, einen Nichtangriffspakt. Das war eigentlich ein Hochverrat, denn offiziell galt der preußische König Friedrich Wilhelm III. als Verbündeter Frankreichs.

Das sollte sich aber ändern, als dieser von Berlin nach Breslau auswich. Dort stiftete er am 10. März 1813 das Eiserne Kreuz als Auszeichnung für Tapferkeit, erließ am 17. März den Aufruf  «An mein Volk», worin er sein Handeln rechtfertigte und erklärte Frankreich am 27. März den Krieg.

Das war nur möglich, weil die in russischen Diensten stehenden Generäle den Zaren Alexander I. zur Verfolgung Napoleons über seine Grenzen hinaus bewogen hatten. Österreich schloss sich im August 1813 dem Bündnis an. Die «Befreiungskriege» begannen.

Die Schlesische Armee befehligte Marschall Leberecht von Blücher. Als Napoleon mit seiner Hauptmacht in Richtung Leipzig abgezogen war, fühlte sich der von seinen Soldaten liebevoll so genannte «Marschall Vorwärts» zahlenmäßig in der Lage, den französischen Marschall Jacques MacDonald an der Katzbach, einem Zufluss der Oder, anzugreifen und vernichtend zu schlagen (26. August 1813). Der Weg zur Völkerschlacht von Leipzig war somit frei.

Die Niederlage Napoleons hatte allerdings noch ein Nachspiel, denn der Franzose war mit einer starken Abteilung über den Rhein entkommen. Der inzwischen zum Generalfeldmarschall ernannter Heerführer von Blücher ließ sich nicht aufhalten und setzte mit seiner Abteilung in der Neujahrsnacht 1814 bei Kaub ebenfalls über den Rhein, das heißt, er fiel nach der damaligen Grenzziehung in Frankreich ein. Nach wiederholten Siegen der Alliierten wurde der Korse gefangen genommen und nach Elba verbannt.

Es gelang ihm jedoch, zu entkommen und ein neues Heer aus dem Boden zu stampfen. Neue Kriegsjahre hätten gedroht. England, in all den Jahren Hauptwidersacher des Franzosen, wollte das nicht dulden und schickte den General Wellington ins Feld. Noch bevor er sich mit den Preußen unter Blücher vereinigen konnte, wurde dieser bei Ligny geschlagen.

Am 18. Juni 1815 prallten die Heere bei Waterloo aufeinander. Es kam zu einem erbitterten Ringen zwischen Engländern und Franzosen. Als er seine Soldaten völlig entkräftet sah, soll Wellington ausgerufen haben: «Ich wollte es wäre Nacht oder die Preußen kämen!» Und tatsächlich hatte sich Blücher trotz der Niederlage noch einmal aufgerafft und traf auf dem Schlachtfeld ein. Napoleon war damit besiegt.

In der Mai Ausgabe 2013 der Zeitschrifte «Geschichte» heißt es: «Napoleon war nach der Völkerschlacht bei Leipzig noch nicht endgültig geschlagen. Dass er schließlich in die Knie gezwungen wurde, war vor allem einem Mann zu verdanken: dem preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher.»

 

Von Alois Schmidt

 

Lesen Sie auf den folgenden Seiten über ein Doppeljubiläum und die erschreckende Zahlenbilanz der Schlacht.

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