Rückblick auf über 100 Jahre Sportgeschichte

Der Phoenix-Sportverein Valdivia entstand durch den Zusammenschluss von drei Valdivianer Sporteinrichtungen: dem Rudererverein Phoenix, dem Rudererklub Valdivia und dem Deutschen Turnverein.

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In der Zeit nach 1850 pflegten die deutschen Einwanderer in ihrer Freizeit zu rudern. Sie taten es in Gruppenbooten, womit sie ermöglichten, dass ganze Familien die ruhigen Gewässer der Stadtflüsse genossen.
Vor 1880 fanden an jedem 18. September Wettbewerbsregatten statt. Über die Gewässer der Flüsse Valdivia und Calle Calle gleiteten flache und mit einem Kiel ausgestattete Boote. Außerdem nahmen Kähne an den Wettfahrten teil, die mit einem Ruder am Heck ausgestattet waren.
Kurze Zeit später begannen die ersten Verhandlungen, um einen Rudererverein zu bilden. So wurde am 1. September 1880 der Rudererclub Phoenix gegründet, dessen erster Vorstand sich wie folgt zusammensetzte: Emil Ribbeck, Vorsitzender; Enrique Poehler, Sekretär und Otto Ribbeck, Schatzmeister. Weitere Beteiligte an der Gründung waren Ottomar Richter, Theodor Pausenberg, Omar von Stillfried, Alexander Hess und Karl Wiebrig.
Bald wurden die Statuten aufgesetzt und der Bau des ersten Bootes angeordnet, das «Flamingo», ein Sechssitzer, den Emil Ribbeck herstellte. Im Laufe des ersten Jahres wurde nach dem Modell des «Flamingo» der «Adler» von Gottfried Oettinger gebaut.
Der Leitsatz des Rudererclubs Phoenix lautete: «Die Daseinsberechtigung des Vereins ist die Ausbildung von tüchtigen Ruderern, die Stärkung des Leibes, die Förderung der Kameradschaft, sowie die Veranstaltung von Wettstreits- und Vergnügungsregatten in eigenen Booten».
Im Jahrzehnt zwischen 1880 und 1890 entstanden in der Flussstadt außer dem Phoenix zwei weitere angesehene sportliche Einrichtungen: der Deutsche Turnverein (1884) und der Rudererclub Valdivia (1887). Ein halbes Jahrhundert später sollten sich diese drei Vereine zusammnschließen, um den gegenwärtigen Phoenix Valdivia zu bilden.

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Der Phoenix heute
Heute ist der Sportverein Phoenix der Club, welcher sowohl im In- als auch mi Ausland die meisten sportlichen Leistungen erreicht hat. Der Weltmeister Miguel Cerda meint hierzu, dass der Erfolg daran liegt, dass die Ruderer ihren Charakter durch den Regen, die Kälte und auch durch das Fehlen von geeigneten Anlagen bedingt geformt haben. Sie können jedoch mit einem markanten Bestandteil rechnen, dem Calle-Calle-Fluss, der die körperliche und geistige Ausdauer der Ruderer auf die Probe stellt.
Die Rudererschule des Club Phoenix nimmt Kinder ab 11 Jahren auf, die bereits ein Jahr später in den verschiedenen Serien an Wettkämpfen teilnehmen, was durch das harte und beständige Training ermöglicht wird.
Die Kinder besuchen den Verein täglich, der sich somit in ihr zweites Zuhause verwandelt und in dem sich langfristige Freundschaftsbeziehungen gestalten. Ruderer zu sein bedeutet zudem, den jungen Sportlern Fähigkeiten zur persönlichen und beruflichen Entwicklung mitzugeben, wie zum Beispiel der Aufbau von Teamarbeit und Führungsqualitäten. Dazu kommt, dass ein junger Mensch, der Sport treibt, seine Schulleistungen zu verbessern pflegt. 4151_p13_3
In der Tat identifiziert sich heute die Valdivianer Gemeinde mit dem Rudern als die Sportart der Stadt schlechthin. Eine Stichprobe davon ist, dass kürzlich Soraya Jadue, die in den Panamerikanischen Spielen in Toronto eine Bronzemedaille erhielt, zur Ehrenbürgerin der Stadt erklärt wurde. Die gleiche Auzeichnung erhielt vor einigen Jahren Miguel Cerda. Beide sind Mitglieder des Club Phoenix; sie sind ein Vorbild für die jungen Generationen, was ihnen nicht unbekannt ist, weshalb sie sich häufig mit den jungen Sportlern in den Räumlichkeiten des Vereins treffen.
Gegenwärtig kämpft der Club Phoenix darum, – ähnlich wie es andere Vereine ebenfalls tun – seine Einrichtungen zu verbessern, um mehr Jugendliche in besseren Bedingungen aufnehmen zu können. Außerdem wird zurzeit ein Projekt in Angriff genommen, um in Aguas Quietas eine Rennstrecke zu bauen. Damit könnte verhindert werden, in andere Städte abzuwandern, um sich auf internationale Wettkämpfe vorzubereiten. Die Clubmitglieder hoffen, dass der Plan in der kürzestmöglichen Frist in die Tat umgesetzt werden könnte.

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