Die Nonne, Mutter und Unternehmerin an der Seite Martin Luthers

Katharina von Bora (1499-1552)

In dem Film «Luther» von 2003 stellt die britische Schauspielerin Claire Cox Katharina von Bora dar, Joseph Fiennes spielt Martin Luther.
In dem Film «Luther» von 2003 stellt die britische Schauspielerin Claire Cox Katharina von Bora dar, Joseph Fiennes spielt Martin Luther.

 

Katharina «Luther», wie eine Dokumentation der ARD (2017) lautet, wurde lange Zeit als eine befreite Nonne und als Vorbild einer protestantischen Frau beziehungsweise Pfarrfrau betrachtet. Theologin war sie nicht, dafür aber fromm und Bibelfest. Sie war die Chefin im Haushalt der Familie Luther.

 

Von Peter Downes

Katharina wird meist nur als Anhang von Martin Luther betrachtet. Da sie, wie viele andere Pfarrfrauen und Frauen von Reformatoren, kaum eigene Quellen (Briefe und Werke) hinterließ, so kann fast nichts über ihr Selbstverständnis ausgesagt werden. Katharinas zahlreichen Briefe an Martin Luther sind leider nicht erhalten, es gibt jedoch acht geschäftliche Briefe und einen Brief aus dem Jahr 1546, das sie an ihre Schwägerin schrieb, den Tod ihres Mannes bedauernd.

Wir wissen aber etwas über sie durch die zahlreichen Äußerungen Martins an sie und über sie in seinen Briefen, Tischreden und Predigten. Im «Schwarzen Kloster» (dem ehemaligen Wittenberger Augustinerkloster) betreute sie einen umfangreichen Personenkreis, so dass sich das Haus des Reformators zu einer Art Familienkloster wandelte.   

 

Adlige Herkunft

Geboren wurde Katharina am 29. Januar 1499 in einer verarmten Meißener Adelsfamilie auf dem Gut Lippendorf südlich von Leipzig. Sie hatte mindestens eine Schwester (Maria) und drei Brüder (Hans, Wolf und Clemens). Ihre Mutter Katharina starb 1505, im selben Jahr, in dem Martin sich zum Klostereintritt entschied.

Katherina wurde mit fünf Jahren in ein Augustinerchorfrauenstift nach Brehna bei Bitterfeld gegeben, ihr Vater Hans von Bora ging dann eine zweite Ehe ein. Mit neun oder zehn Jahren (1508 oder 1509) wurde Katharina dann Anwärterin für den geistlichen Stand im Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma, in Sachsen.

Sächsische Adlige, Ordensschwester und Ehefrau Martin Luthers: Katharina von Bora nach einem Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, 1526.
Sächsische Adlige, Ordensschwester und Ehefrau Martin Luthers: Katharina von Bora nach einem Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, 1526.

Ihre adlige Herkunft kam ihr später als Ehefrau Luthers zugute, da sie mit kurfürstlichen Beamten korrespondieren konnte und durch den Erwerb von Gärten, Weinbergen, einer Fischerei und staatlichen Grundbesitz den Lebensunterhalt der Familie sichern konnte. Luther war selbst nicht besonders geschäftstüchtig und verzichtete oft auf die Honorare für seine Publikationen.

Die kontemplative Klostergemeinschaft zählte 40 bis 50 Schwestern, und Katharina führte ein streng geregeltes von der Außenwelt abgeschottetes Leben darin. 1514 begann sie dann ihr Noviziat, das Probejahr, und legte im folgenden Jahr ihr Gelübde ab. Sie lernte lesen und schreiben, singen und stricken, dann auch etwas Latein.

 

Flucht aus dem Kloster

Wie es scheint, wurden Lutherschriften ins Kloster geschmuggelt, die sie und andere Nonnen heimlich lasen. Durch die reformatorischen Ideen inspiriert, flüchtete 1523, in der Osternacht, Katharina mit elf anderen Nonnen aus dem Kloster. Drei von den Nonnen kehrten zu ihren Familienangehörigen zurück, die anderen neun Nonnen gelangten am 9. April 1523 nach Wittenberg – in einem Planwagen mit Heringsfässern durch den Torgauer Ratsherren Leonard Koppe. Es war ein gefährliches Unternehmen, dann auf Klosterflucht und Fluchthilfe stand nach einem Reichstagsbeschluss von 1523 die Todesstrafe.

Martin Luther erwähnt seine «Käthe» erstmals in seiner Schrift «Ursach und Antwort, dass Jungfrauen Klöster göttlich verlassen mögen», in der er die Flucht aus dem Kloster rechtfertigt. Die geflohenen Nonnen werden darin als Vorbild gepriesen, da sie aus dem neuen Verständnis des Evangeliums die Erkenntnis gewonnen hätten, das ihr Klosterleben fraglich war, da es ihnen kein Heil garantierte. Katharina und die übrigen Nonnen erscheinen als Schülerinnen Luthers, die eigenständig die Konsequenzen aus seiner Lehre gezogen hatten.

Da die Nonnen lediglich in ihren Ordenskleidern nach Wittenberg gelangten, veranlasste Luther eine Spendensammlung für sie, um sie wieder weltlich einzukleiden. In seiner Schrift «Vom ehelichen Leben» (1523) richtet er sich gegen die Mönchsgelübde und den Zölibat, daher war es nun konsequent von ihn, sich für die Nonnen, die seinem Rat folgten, verantwortlich zu zeigen. Für diejenigen, die nun nicht mehr in ihre Herkunftsfamilien zurückkehren konnten, musste Luther also deren Versorgung sichern, das bedeutete, er musste versuchen sie zu verheiraten.

 

Schwer vermittelbar

Etwa zwei Jahre lebte Katharina von Bora wohl im Hause von Lucas Cranach d. Ä. Es bestand auch ein Kontakt zur Universität, denn die Studenten nannten sie Katharina von Alexandria, nach der Schutzpatronin der Philosophen-Fakultät.

Eine Heirat mit dem Nürnberger Patriziersohn Hieronymus Baumgartner, der in Wittenberg studierte, wurde angestrebt, zerschlug sich dann aber, da die Familie diese Verbindung nicht gut hieß, vermutlich, weil Katharina als verarmte Adlige nicht dem Ansehen der Familie förderlich sein würde. Luther vermittelte dann ein Heiratsangebot mit dem Pfarrer Kaspar Glatz, was aber Katharina ablehnte, wohl aus dem Grund, dass er ein stadtbekannter Geizkragen war.

Sie hatte sich hilfesuchend an den Pfarrer Nikolaus von Amsdorff gewandt und seine Unterstützung gefunden. Dabei soll sie geäußerte haben, dass sie lieber ihn oder auch Luther heiraten wolle. Katharina wurde für Luther ein «schwervermittelbarer» Fall, da sie sich offensichtlich eigene Vorstellungen über einen ihr angemessenen Heiratskandidaten machte.

Als schließlich Luther selbst die Eheschließung mit ihr am 13. Juni 1525 vornahm, war es eher eine Notlösung von beiden Seiten. Martin selbst wurde öfters gefragt, ob er nicht als gutes Vorbild eine Priesterehe eingehen sollte und Katharina war nun einmal die Ex-Nonne, die übriggeblieben war. Luthers Freund und Kollege, Philipp Melanchthon (eigentlich Schwartzerdt), sah Luther als ein Opfer der weiblichen Verführungskünste. Martin selbst aber sah seine Vermählung als Ausdruck des freien Christenlebens, als ein Akt des evangelischen Glaubens.

Seine Worte spiegeln eher sein theologisch-politisches Signal, das er mit dieser Ehe setzen wollte: «Ich habe das Evangelium nicht nur mit dem Wort bezeugt, sondern auch mit der Tat, indem ich die Nonne geheiratet habe zur Schmach für die Feinde, die triumphieren und ein Siegesgeschrei erheben. Es soll nicht so aussehen, als würde ich aufgeben.» Die eigentliche Hochzeitsfeier fand dann erst am 27. Juni 1525 statt.

 

Leben im «Schwarzen Kloster»

Das Ehepaar wohnte nun im ehemaligen Augustinerkloster, «Schwarzes Kloster» genannt (das heutige Lutherhaus) in Wittenberg. Für Luther hätte sich nun das Leben grundlegend gewandelt, indem er nun morgens neben «zwei Zöpfen» aufwache und nicht mehr allein bei Tisch sitze.

Vom Kurfürsten Johann dem Weisen erhielt Luther 100 Gulden als Hochzeitsgeschenk, ansonsten war die finanzielle Lage des Ehepaars zunächst unsicher. Erst ab September 1525 bezog Luther ein Gehalt als Universitätsprofessor. Da er zuvor Ordensangehöriger war, war er nicht abhängig von einem Gehalt. Zum Gehalt bekam er auch Naturalien: Brenn- und Bauholz, Brot- und Braugetreide. Aus dem städtischen Weinkeller bezog er außerdem Wein.

Das Lutherhaus in Wittenberg: Nach dem Durchbruch der Reformation erhielt Martin Luther vom Kurfürsten das Gebäude, das auch als «Schwarzes Kloster» bezeichnet wird, und lebte hier mit seiner Familie bis zu seinem Tod.
Das Lutherhaus in Wittenberg: Nach dem Durchbruch der Reformation erhielt Martin Luther vom Kurfürsten das Gebäude, das auch als «Schwarzes Kloster» bezeichnet wird, und lebte hier mit seiner Familie bis zu seinem Tod.

Der Kurfürst gewährte Luther und seiner Braut stillschweigend das Wohnrecht im verlassenen Augustinerkloster. Diese Herberge füllte sich dann mit der Zeit mit immer mehr Personen, die von Katherina Luther beköstig wurden. Etwa 30 bis 50 Personen bewohnten das ehemalige Kloster: die eigenen Kinder, Verwandte aber auch Studenten und Freunde Luthers, wie auch stellenlose Prediger, geflohene Nonnen, wandernde Magister und dann täglich noch Besuche von Amtsgenossen Luthers und Mitbürgern der Stadt.

 

Geschäftsführerin der Herberge

Unter den Stammgästen zählte der Buchdrucker Hans Lufft, der Malermeister Lukas Cranach, der landesherrliche Beamte Georg Spalatin und Personen, die mit Luther eng zusammenarbeiteten. Katharina wurde somit zur «Geschäftsführerin» (so Martin Treu in «Die Frau an Luthers Seite») der «Klosterherberge».

Katharina wurde zur Internatsmanagerin, denn sie musste das ehemalige Kloster in ein Wohnhaus umgestalten. Sie veranlasste Martin Umbauarbeiten vorzunehmen, organisierte die zahlreichen Feste im Haus, etwa die Kindstaufen und Doktorschmäuse. So wurde die Doktorfeier für Hieronymus Weller, die man im September 1534 feierte, mit 100 Gästen, die an sieben oder acht Tischen tafelten, begangen. Das Mahl umfasste mehrere Gänge.

Das Haus der Luthers beherbergte auch ein Brauhaus, was Katherina unterstand. Als der Kurfürst 1532 Martin Luther das ehemalige Kloster schenkte, vergab er damit sogleich das Recht zu «brauen, mälzen, schenken, Viehe halten und andere bürgerliche Hantierung gleich anderen unseren Bürgern und Einwohnern zu Wittenberg». 4.500 Liter Bier durften jährlich gebraut werden. Das schwach alkoholische Bier diente aber vor allem als Wasserersatz, denn das Brunnenwasser war oft verunreinigt. 

Das Einkommen Luthers als Professor reichte nicht aus, um die Haushaltung zu bewältigen. Von den 500 Gulden seines Lohns fielen 300 Gulden Ausgaben für Fleisch an, 200 Gulden fürs Bier (bevor die eigene Bierbrauerei begann) und 50 Gulden für Brot.

 

«Sanft lebendes Fleisch zu Wittenberg»

Neben der Brauerei ließ Katharina bald auch ein Badehaus errichten. Dazu kam dann die Bewirtschaftung von Gärten und Stallungen, die von Knechten und Mägden unter Leitung von Katherina bewirtschaftet wurden. Wir finden unter dem Personal auch eine Köchin, einen Kutscher und Schweinehirten.

1542 musste Luther zehn Schweine, drei Ferkel, fünf Kühe, eine Ziege, zwei Zicklein, mehrere Pferde und Federvieh versteuern. Aus den Ausgabenlisten sehen wir, dass es sich beim Schwarzen Kloster nicht um ein armes Haus handelte: Geld wurde für Geschirr ausgegeben, für Wein, Bier, Getreide, Mehl, Erbsen, Grütze, Graupen, Reis, Hirse, Zucker, verschiedene Gewürze (darunter Safran), mehrere Sorten Kümmel, Obst, Kraut, Rüben, Möhren, Zwiebeln, Mohn, Petersilie; Gänse, Hühner, Enten, Tauben und andere verschieden Vögel, Eier, Butter, Salz, mehrere Sorten Fisch (frisch gefangen oder getrocknet), Brot, Semmeln, Honig, Nüsse.

Schweinefleisch und Ochsenfleisch kamen aus dem eigenem Haus dazu. Dass man gut im Hause Luther speiste, kann man auch an den zeitgemäßen Porträts des Reformators erkennen. Man versteht dann auch die zahlreichen Anspielungen Thomas Müntzers in seiner Schmähschrift, die er während des Bauernkrieges gegen Luther richtete: «Hochverursachte Schutzrede und Antwort wider das geistlose, sanftlebende Fleisch zu Wittenberg, welches mit verkehrter Weise durch den durch den Diebstahl der Heiligen Schrift die erbärmliche Christenheit also ganz jämmerlich besudelt hat» (1524).

 

Eine emanzipierte Unternehmerin

Es war Luther nicht möglich die Ausgaben allein aufzubringen, daher mussten die Studenten, die im Kloster beherbergt und beköstigt wurden, dafür zahlen. Es war Katharina, die mit ihrem Internatsbetrieb, den Erwerb von Grundstücken (die wurden entweder bewirtschaftet oder auch verpachtet) und die Eigenproduktion (etwa die Bierbrauerei und Bewirtschaftung des großen Klostergartens; später dann auch Fischteiche in einem Grundstück vor dem Elstertor) die Einnahmen sicherstellte.

Katharina wurde somit eine Unternehmerin und hatte im wirtschaftlichen Bereich großen Einfluss auf den Reformator. Luther ließ ihr hier einen großen Freiraum und gewährte ihr meist alle ökonomischen Bitten und Entscheidungen. In seinem Testament kommt diese Anerkennung der wirtschaftlichen Kompetenz seiner Frau zum Ausdruck, obwohl es nicht den gesellschaftlichen und rechtlichen Bräuchen des 16. Jahrhunderts entsprach.

Sechs Kinder gingen aus der Ehe hervor: Johannes (2.6.1526-1575), Elisabeth (10.12.1527-1528), Magdalena (4.5.1529-1542), Martin junior (9.11.1531-1565), Paul (29.1.1533-1593) und Magarethe (17.12.1534-1570). 1540 erlitt Katharina eine Fehlgeburt, die Luther zur Trostschrift für «Frauen, denen es ungerade geraten beim Kindegebären» veranlasste.

Katharina von Bora wurde aber auch von Gegnern Luthers erwähnt, um letztendlich den Reformator zu kritisieren. So bezeichnete der Leipziger Joachim von der Heiden in einer 1528 erschienen Schmähschrift Katharina als «angebliche Ehefrau Luthers», als «eidbrüchige Dirne» und als ein «Tanzmädchen». Von Katharina kennen wir keine Rückmeldungen auf solche Schmähungen.

 

«Morgenstern zu Wittenberg»

Ab 1529 füllte sich das Haus der Luther mit zahlreichen Nichten und Neffen (elf an der Zahl), die wohl allesamt die Kinder von Luthers verstorbener Schwester waren.

Luther entwickelte mit der Zeit ein inniges Verhältnis zu seiner Frau. Davon zeugen die 21 an sie erhaltenen Briefe. Er spricht sie darin als sein «Morgenstern von Wittenberg», als «Herr Käthe», als «allerheiligste Frau Doktorin», als «Saumärkterin zu Wittenberg» und als «Bierbrauerin» an. Wieviel sie ihm bedeutete, wird auch im folgenden Kommentar deutlich: «Ich habe meine Käthe lieb, ja ich habe sie lieber, denn mich selber, das ist gewisslich wahr; das ist, ich wollte lieber sterben, dem dass sie und die Kinderlein wollten sterben.»

Sein Ehe- und Familienleben findet aber auch in den Predigten seinen Ausdruck. Luthers existenzielle Erfahrungen als Ehemann und Vater werden auch in seiner Theologie und Predigt thematisiert. So sagt er einmal über den Galaterbrief: «Der Brief an die Galater ist mein Epistelchen, dem ich mich angetraut habe. Er ist meine Kethchen von Bora». In den überlieferten Tischreden tritt sie als Fragestellerin mehrfach in Erscheinung.

Im Testament von 1542 wird sie als Alleinerbin und Vormund seiner Söhne eingesetzt, eine besondere Auszeichnung, denn eine solche starke Position einer Witwe und Mutter war im damaligen Erbrecht nicht vorgesehen. Dass dieser Wille auch tatsächlich umgesetzt wurde, dafür sorgte Luther, indem er sein Testament im Gerichtsbuch der Stadt Wittenberg eintragen und durch den Kurfürsten bestätigen ließ.

 

Trauer und Testament

Der Tod Luthers am 18. Februar 1546 veränderte gravierend die Verhältnisse. Im einzigen persönlichem Selbstzeugnis Katharina Luthers, einen Brief an ihre Schwägerin vom 26. April 1546, können wir lesen: «Ich kann weder essen noch trinken. Auch dazu nicht schlafen. Und wenn ich ein Fürstentum oder Kaisertum gehabt hätte, hätte es mir darum nicht so leid getan, falls ich es verloren hätte, als dass nun unser lieber Herr Gott mir, sondern der ganzen Welt diesen lieben und teuren Mann genommen hat. Wenn ich daran denke, so kann ich vor Leid und Weinen (was Gott wohl weiß) weder reden noch schreiben lassen.»

Obwohl der Kurfürst das Testament Luthers bestätigte, wurden Katharina und ihre vier unmündigen Kinder unter Vormünder gestellt. Sie konnte dann aber das Gut Wachsdorf (60 Hektar groß) am linken Elbufer zwischen Wittenberg und Pratau erwerben. Der Kurfürst stellte für die Kinder noch 2.000 Gulden zur Verfügung.

Die Luthers lebten weiterhin im Schwarzen Kloster, wo Katharina den Internatsbetrieb fortführte. Melanchthon kümmerte sich fortan um die finanziellen Belange der Familie und ermöglichte Luthers Sohn Hans ein Jurastudium in Wittenberg. Die jüngeren Söhne Luthers, Paul (13 Jahre) und Martin (14 Jahre) wurden von einem Hauslehrer unterrichtet, die Tochter Margarethe (11 Jahre) unterstützte ihre Mutter im Haushalt. Paul wurde Leibarzt des Kurfürsten August von Sachen, Martin verfiel dem Alkohol und starb im Alter von 34 Jahren, was Katharina aber nicht mehr erlebte. Magarethe heiratete 1555 den ostpreußischen Adligen Georg von Kunheim (1532-1611) und starb 1570 im Kindbett.

Im Oktober 1546 begann der Schmalkaldische Krieg, der den Katholiken den Sieg einbrachte. Katherina suchte Zuflucht in Magdeburg, das Mitglied im Schmalkaldischem Bund war. Die Situation war bedrohlich. Sie musste um ihr Leben und das ihrer Kinder fürchten. Sie bat Melanchthon ihr die Flucht ins evangelische Dänemark, zu König Christian III. zu verhelfen. Aber die Reise endete bereits bei Giffhorn, da die Truppen in der Lüneburger Heide ein weiteres Fortkommen verhinderten.

Ab Juli 1547 befand sich die Familie Luther wieder in Wittenberg. Ihre letzten Jahre aber verbrachte Katharina in Torgau, da sie Wittenberg im September 1552 wegen der Pest verließ. Ein Unfall auf dem Weg – Katharina fiel vom Wagen, als die Pferde scheuten und landete in einem Wassergraben – sollte dann ihren Tod am 20. Dezember 1552 bewirken.  

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